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„Utopische Werte“ bei der Sarstedter Polizei

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Thomas Brandes (links) und Frank Müller freuen sich über die Aufklärungsquote. Foto: Mosig
Thomas Brandes (links) und Frank Müller freuen sich über die Aufklärungsquote. Foto: Mosig

SARSTEDT / NORDSTEMMEN Ein weiterer Fall ist geklärt. Für die Aufklärungsquote der Polizeiinspektion sind zum Großteil die Sarstedter Kollegen verantwortlich. Die Ermittlung mehrerer Serientäter – allein einem Harsumer wurden über 100 Taten zugeordnet – sorgte für eine Quote von 70,82 Prozent im Bereich des Sarstedter Polizeikommissariats.

„Ein Wahnsinn, eigentlich utopisch“, befand Thomas Brandes, Leiter des Ermittlungsdienstes. Doch neben den Serien gibt es auch andere Gründe, nämlich akribische Ermittlungsarbeit. Bei den aufklärungsungünstigen Delikten liegt die Quote bei 33,19 Prozent, 2010 war diese noch bei 21,7 Prozent. „Wir steigen jedem Hinweis nach“, sagte Brandes und führte aus: „Allein bei den Verkehrsunfallfluchten wurden 95 von 180 aufgeklärt. Das ist historisch top.“ Das liege beispielsweise daran, dass die Ermittler sogar Großhändler auf der Suche nach Teilen „anzapfen“, die bei Unfällen beschädigt wurden. Dennoch, befand er, sei tatsächliche Sicherheit nicht die, die von den Bürgern auch gefühlt wird. Wie im gesamten Bereich der Polizeiinspektion ist die Zahl der Wohnungseinbrüche sprunghaft angestiegen. Oftmals stellt die Polizei auch fest, dass die Psyche der Opfer angegangen ist, sie sich in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr wohlfühlen. „Hier müssen wir in den nächsten Jahren im Präventionsbereich mehr tun“, so Brandes. Die Bevölkerung sei zudem aufgefordert, alles Verdächtige zu melden, denn die Aufklärungsquote liegt in diesem Teilbereich nur bei zehn Prozent. Ein weiterer Präventionsbereich ist der Tatbestand der Beleidigung über Facebook und „Whats App“, während die so genannten Cybercrime-Werte nur eine geringe Rolle spielen. Zugelegt hat auch der Bereich der häuslichen Gewalt. „Hier gibt es viele Wiederholungstäter“, so Polizeisprecher Frank Müller. Der Klassiker: Es gibt Geld, Schnaps wird gekauft, dann wird die Ehefrau geschlagen, und das zwölfmal im Jahr. Die Aufklärungsquote liegt bei 100 Prozent.

Bei 99 Prozent liegt die Aufklärungsquote der Betäubungsmitteldelikte.

Nordstemmer Werte

Der Schwerpunkt in Nordstemmen ist nicht mehr feststellbar und von 40 auf 24 Taten im Bereich der hiesigen Polizeistation gesunken. „Hier haben wir dazwischengeschlagen“, erklärte Brandes. Die Gesamtzahl der Taten in Nordstemmen ist von 502 (2012) auf 456 gesunken (Gesamtes Kommissariat: Steigung von 2 508 auf 2 779). In den Griff bekommen haben die Polizisten dabei die Fahrraddiebstähle. Nur noch elf wurden verzeichnet (Vorjahr: 23). „Der Nordstemmer Bahnhofsplatz ist kein Problem mehr“, so Brandes.

Was angestiegen ist, sind die Diebstähle aus Fahrzeugen: Von elf auf 22. „Dafür haben wir keine Erklärung, Serien sind nicht erkennbar“, meint der Ermittler. Das sei aber ein Indiz für erhöhte Bautätigkeit, denn nicht mehr das „Navi“ ist hauptsächlich im Fokus von Dieben, sondern in diese Statistik fallen ganz viele Dieselabpumpungen aus Baufahrzeugen. Die Aufklärungsquote im Bereich der Polizeistation Nordstemmen liegt bei 72,37 Prozent. Zur Prävention weist die Polizei auf die Seite www.polizei-praevention.de hin. flo

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