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„Unperfekter Werkstatt-Charakter“

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Das alte Fachwerkhaus nahe der Mehrzweckhalle an der Hauptstraße gehört der Gemeinde. Nach langem Leerstand möchten Martina Rick und Annett Kruppa es als Kunsthaus wieder mit Leben füllen. Fotos: Hüsing
Das alte Fachwerkhaus nahe der Mehrzweckhalle an der Hauptstraße gehört der Gemeinde. Nach langem Leerstand möchten Martina Rick und Annett Kruppa es als Kunsthaus wieder mit Leben füllen. Fotos: Hüsing

NORDSTEMMEN Der Wasseranschluss war schon abgeklemmt, die Heizung ausgeschaltet. Doch Martina Rick und Annett Kruppa füllen das Fachwerkhaus an der Hauptstraße 32 wieder mit Leben. Die beiden Künstlerinnen errichten dort ein Kunsthaus, in dem Ateliers und eine Galerie zu vermieten sind.

„Früher war hier eine Schankwirtschaft, dann hat die Gemeinde das Haus übernommen und Wohnraum geschaffen“, sagt Martina Rick. Die Nordstemmerin hat sich als Künstlerin bereits einen Namen gemacht. Bislang lag ihr Atelier zwar ebenfalls an der Hauptstraße, aber in Höhe des Bahnhofs. „Mein Mietvertrag wurde wegen Eigennutzung kurzfristig gekündigt“, erzählt sie. Ein Wink des Schicksals. Denn durch ein Treffen in Hildesheim kamen einige Künstler darauf, gemeinsam Räume nur für den Tag des offenen Ateliers im August anzumieten. „Ich habe mich in Nordstemmen umgehört und bin auf dieses schöne, alte 220 Quadratmeter große Fachwerkhaus aufmerksam geworden“, so Rick. Gemeinsam mit Annett Kruppa, einer Künstlerin aus Emmerke, hat sie sich entschieden, das Haus nicht nur für einen Tag, sondern generell zu mieten. „Die Gemeinde ist uns entgegengekommen, hat den Wasseranschluss wieder hergestellt und uns die Renovierungsarbeiten überlassen“, sind die Künstlerinnen schon dabei, die Wände zu streichen, Fußböden zu erneuern und Türen zu lackieren.

„Im Untergeschoss soll die Galerie für wechselnde Ausstellungen entstehen, außerdem ist Platz für eine Malschule, die für Kurse angemietet werden kann“, nennt Annett Kruppa einen Teil der Idee. Das Obergeschoss des Kunsthauses soll ebenfalls renoviert werden. Die fünf Räume sollen als Ateliers dienen. „Wir haben schon mehrere Interessenten, sind aber für weitere Anfragen offen“, sagt Kruppa. Jede Form der Kunst ist willkommen, allerdings sollte den Betroffenen ihre Kunst wichtig sein und eine gewisse Qualität aufweisen.

Auch Manfred Schwenker zeigt sich von der Idee, ein Kunsthaus zu errichten, angetan und hat sich gleich bei den Damen gemeldet, um seine Keramiken einmal ausstellen zu können. Martina Rick und Annett Kruppa haben ihr Reich schon entdeckt: Zwei Räume im Dachgeschoss sollen ihre Werkstatt werden. „Das Haus soll nicht perfekt aussehen, sondern seinen Charme behalten und als Werkstatt fungieren, in der niemand gehemmt wird, auch einmal herumzumatschen“, freut sich Annett Kruppa auf die vielen Möglichkeiten.

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