Theatercollage und Ausstellung über jüdisches Leben in der Gemeinde Nordstemmen

Erinnerung an Opfer der Nazi-Herrschaft

Kornelia Netenjakob (links) und Bürgermeisterin Nicole Dombrowski eröffnen die als Wanderausstellung konzipierte Schau.
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Kornelia Netenjakob (links) und Bürgermeisterin Nicole Dombrowski eröffnen die als Wanderausstellung konzipierte Schau.

Nordstemmen – Vor gut zwanzig Monaten hat die Geschichtswerkstatt ihre Suche nach Spuren jüdischen Lebens in der Gemeinde Nordstemmen begonnen. Aus den freigelegten Spuren der Jahre 1920 bis 1950 ist in Zusammenarbeit mit Regisseur Reiner Müller und Theaterpädagogin Theresa Henning eine sehenswerte Theatercollage entstanden. Außerdem hat die Projektgruppe eine Ausstellung erarbeitet. Fünf Wochen nach der Theaterpemiere in der voll besetzten Mehrzweckhalle haben die „KOMM“-Vorsitzende Kornelia Netenjakob und Bürgermeisterin Nicole Dombrowski als Schirmherrin die als Wanderausstellung konzipierte Schau eröffnet.

Beeindruckt von den Ergebnissen der Recherche und von den vielen mühselig zusammengetragenen Puzzlestückchen zeigte sich Dombrowski, die Engagement und Beharrlichkeit der Akteure lobte. Die Verwaltungschefin appellierte an alle, „gemeinsam dafür Sorge zu tragen, dass antisemtische Hetze hier nie wieder auf fruchtbaren Boden fällt.“

Wie zuvor die Theatercollage, die das Schicksal der Familien Schönfeld, Blumenthal, Scheiberg und Neuhaus beleuchtete, geben die in der Ausstellung gezeigten Fotos und Dokumente den jüdischen Mitbürgern Namen und Gesicht. Transportlisten und -karten in die Vernichtungslager Theresienstadt und Ausschwitz, zum Teil mit handschriftlichen Ergänzungen versehen, führen ihr Schicksal auf erschütternde Weise vor Augen. Obgleich die Spurensuchenden in den vergangenen Monaten bereits zahlreiche Dokumente zusammengetragen haben: Am Ende ihrer Recherchen sind sie noch lange nicht angekommen. Zu den jüngsten Fundstücken zählt ein Auszug aus dem Meldebuch von Nordstemmen. Paloma Klages vom „KOMM“ erzählt, dass manche Dokumente mit einer Sperrfrist versehen sind und erst jetzt freigegeben werden. Sie geht davon aus, dass unter diesem Archivmaterial noch etliche weitere Spuren zu entdecken sind. (oel)

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