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„Spaziergänger“ haben Spuren hinterlassen

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Von: Jennifer Klein

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Der eine oder andere so genannte Spaziergang in Nordstemmen hat Spuren hinterlassen: Am DRK-Raum beispielsweise sind Impftermine überklebt worden.
Der eine oder andere so genannte Spaziergang in Nordstemmen hat Spuren hinterlassen: Am DRK-Raum beispielsweise sind Impftermine überklebt worden. © Jennifer Klein

Nordstemmen – „Es waren fürchterlich viele Kinder dabei“, schildert Irmtraut Mundhenke ihre Beobachtungen. Der Nachwuchs habe sogar Schilder getragen. Was darauf  stand, habe sie nicht lesen können. Sie wunderte sich nur, was es mit dieser Menschentraube auf sich hatte, die die Hauptstraße entlangzog.

Als die DRK-Vorsitzende schließlich die Polizei entdeckte, die die Menschen begleitete, „fiel der Groschen“, wie die Nordstemmerin sagte: Es war ein so genannter Spaziergang, der einmal sogar bleibende Spuren hinterlassen hatte. „Die Impftermine, die wir im Schaufenster angegeben haben, wurden überklebt“, sagt Irmtraut Mundhenke, die den knallgelben Aufkleber mit der Aufschrift „Impfzwang? Nein, Danke“ längst beseitigt hat. Gefallen lassen möchte sich die DRK-Vorsitzende das nicht. 

Drei dieser Spaziergänge hat es in Nordstemmen inzwischen gegeben, mehr noch in Sarstedt. Zuletzt wurde am Mittwochabend, 5. Januar, – wieder über den Messengerdienst „Telegram“ – aufgerufen, sich am Rathaus in Nordstemmen zu versammeln. Die Teilnehmerzahl aber scheint zu sinken. Sie bewegte sich laut Frank Müller am Mittwoch im „unteren zweistelligen Bereich“. Nachdem die Polizei die Beschränkungen bekanntgab, verließen sogar einige noch die Versammlung, die sich schließlich durch den Ort bewegte.

Wie der Einsatz- und Streifendienstleiter des Sarstedter Polizeikommissariates im Gespräch mit der LDZ hervorhebt, hat jeder Mensch das Recht, seine Meinung kundzutun, blickt er auf die Versammlungsfreiheit, geschützt vom Grundgesetz. Doch der Weg sei entscheidend: Jede Versammlung müsse im Vorfeld bekanntgegeben werden. 

Alle drei Spaziergänge in Nordstemmen verliefen zwar friedlich, wurden im Vorfeld aber nicht gemeldet. „Das ist eine Ordnungswidrigkeit“, gibt Frank Müller zu bedenken.

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