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„Es sollte Klarheit herrschen“

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Fachbereichsleiter Marcus Tischbier studiert die Bekanntmachung des Landkreises und vergleicht sie mit der neuen Satzung eines Schulbezirks der Gemeinde Nordstemmen. Foto: Hüsing
Fachbereichsleiter Marcus Tischbier studiert die Bekanntmachung des Landkreises und vergleicht sie mit der neuen Satzung eines Schulbezirks der Gemeinde Nordstemmen. Foto: Hüsing

NORDSTEMMEN In Nordstemmen gilt ab 1. August eine neue Satzung zur Festlegung eines gemeinsamen Schulbezirkes. Diese hat inzwischen den Landkreis passiert und ist von der Kommunalaufsicht veröffentlicht. Auch der Kreistag hat eine Änderung der Schulbezirke für alle Oberschulen beschlossen. Was die Gemeinde Nordstemmen darüber denkt und wie die Schulbeförderung organisiert ist, erzählt Fachbereichsleiter Marcus Tischbier im LDZ-Gespräch.

Der Rat der Gemeinde Nordstemmen hatte sich bereits vor Längerem für einen gemeinsamen Schulbezirk beider Grundschulen in Nordstemmen ausgesprochen, um den Eltern jede Wahlmöglichkeit zum Wohle ihrer Kinder zu lassen. Durch die vorübergehende Schulschließung in Adensen konnten auch die Kinder aus Adensen und Hallerburg in Barnten eingeschult werden, da die beiden Orte bis dahin keinem Schulbezirk zugeordnet waren. Allerdings übernahm der Landkreis nur die Kosten der Schulbeförderung zur nächstgelegenen Grundschule Nordstemmen. Die Eltern der Kinder aus Adensen blieben zunächst auf den Kosten sitzen, bis der Rat der Gemeinde beschloss, für die Ausgaben aufzukommen (die LDZ berichtete).

Dieses Problem soll nun der Vergangenheit angehören. „Die Schülerbeförderung ist sicher gestellt, da der Träger der Schülerbeförderung (also der Landkreis) verpflichtet ist, hierbei alle Wohnorte des Schulbezirks zu berücksichtigen“, informiert Marcus Tischbier. Die Satzungsänderung habe den Landkreis passiert, ohne dass gegenüber der Gemeinde Bedenken geäußert wurden. „Es sollte Klarheit herrschen“, so Tischbier.

Anders sieht es da bei den Oberschulen aus. Durch einen Kreistagsbeschluss sollen die Schulbezirke für die Oberschulen zum kommenden Schuljahr abgeschafft werden. „Hier wird der Landkreis aber nur die Schülerbeförderung zur räumlich nächstgelegenen Schule übernehmen“, erklärt der Fachbereichsleiter. So können Kinder aus Nordstemmen beispielsweise zukünftig auch eine Oberschule in anderen Kommunen besuchen, der Schulweg wird aber nur für die kürzeste Strecke, das wäre die Marienbergschule, übernommen.

„Ich verstehe die Aufhebung der Schulbezirke für die Oberschule als Chance“, meint Marcus Tischbier, schließlich könnten so auch Schüler aus Emmerke oder Giesen entscheiden, in Nordstemmen die Oberschule zu besuchen. Zwar falle durch die Aufhebung der Schulbezirke eine verlässliche Planungsgröße der einzelnen Jahrgänge weg, doch dem Elternwunsch, die für ihre Kinder beste Wahl zu treffen, werde nachgegeben.

Schüler, die nach der vierten Klasse, ein Gymnasium oder eine Gesamtschule besuchen, sind von der Änderung der Schulbezirke nicht betroffen. „Die Änderung gilt nur für die Oberschulen und erspart es den Eltern, begründete Anträge zu stellen, sollte ihr Kind nicht die nächstgelegene Schule besuchen“, sagt Tischbier. Käme eine andere Schulform in Frage, steht es den Eltern sowieso frei, auszusuchen, welche Schule es sein soll.

Da für die Oberschule in Nordstemmen allerdings keine Kapazitätsbeschränkung vorgesehen ist, könnte auch kein Schüler abgewiesen werden. „Sollte die Marienbergschule so nachgefragt sein, dass der Platz nicht ausreicht, kann meines Wissens ohne Kapazitätsbeschränkung kein Auswahlverfahren greifen, sondern der Landkreis müsste den Besuch der gewünschten Schule ermöglichen und entsprechend Platz schaffem“, erläutert Marcus Tischbier. Dies berge eine große Chance für den Standort in Nordstemmen.

Die Grundschulen der Gemeinde hingegen unterliegen einer Kapazitätsbeschränkung. So ist die Barntener Schule zweizügig vorgesehen, die Nordstemmer dreizügig. „Aus diesem Grund wurden Einzugsgebiete für die beiden Schulen festgelegt, um im Bedarfsfall Auswahlkriterien zu haben“, sagt Tischbier. Seines Wissens nach, sei aber bislang nicht abzusehen, dass es zu einer Anwendung der Kriterien kommen muss. Noch bis 30. April sind die Eltern der möglichen Erstklässler im Schuljahr 2015/16 aufgefordert, der Gemeinde eine Rückmeldung eines Schulwunsches zu geben. „Das gibt uns Planungssicherheit und gleichzeitig ermöglicht uns die Rückmeldung eine Abrechnung mit dem Land, da klar wird, für welche Kinder das beitragsfreie letzte Kindergartenjahr greift“, erklärt Tischbier. Bisher gebe es erfreulich viele Rückmeldungen, er hofft, dass die ausstehenden noch abgegeben werden.

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