Frank Borrmann stellt Konzept „Feuerwehr-Führerschein“ vor / Kameraden zukünftig Vollzugsbeamten

„Sicherheit an erster Stelle“

Gemeindebrandmeister Frank Borrmann stellt ein Konzept für den Feuerwehr-Führerschein in Nordstemmen vor.

NORDSTEMMEN Die Feuerwehren der Gemeinde Nordstemmen beugen vor: Bei einer Fortbildung Ende Oktober wurden einige Kameraden als „Vollzugsbeamte“ ausgebildet, dem Gemeindebürgermeister liegen die Bescheinigungen vor, wie Gemeindebrandmeister Frank Borrmann im Rahmen der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planung, Bau, Umwelt und Feuerschutz bekannt gab.

„Durch die Fortbildung, bei der die Rechte und Pflichten der Feuerwehrkameraden im Einsatzfall thematisiert wurden, dürfen sich die Teilnehmer nach dem NSOG Vollzugsbeamten nennen“, erläutert Frank Borrmann. Dies sei ein Schutz, da die Einsatzleitungen gezwungen seien, spontan Entscheidungen zu treffen: „Wenn der Brand gelöscht ist, sind erst einmal alle froh. Aber ein paar Tage später müssen wir uns verantworten, warum wir soviel Wasser eingesetzt haben, der Gartenzaun kaputt ist oder ein Baum gefällt werden musste“, nennt der Gemeindebrandmeister plastische Beispiele. Durch die Ernennung zum Vollzugsbeamten seien die Personen geschützt.

Auch ein weiteres, größeres Projekt hat das Kommando der Gemeindefeuerwehr intensiv beschäftigt. So wurde ein Konzept rund um den so genannten Feuerwehr-Führerschein entwickelt. „Wir haben viele Kameraden, gerade auch die Jugendfeuerwehrwarte, die mit einen Führerschein der Klasse B keine Einsatzfahrzeuge fahren können“, erläutert Frank Borrmann. Deshalb sei der Gesetzgeber auf die Idee gekommen, eine Art Führerschein einzuführen, mit dem die Feuerwehrkameraden ausschließlich die Einsatzfahrzeuge bis 4,75 Tonnen oder 7,5 Tonnen fahren dürfen. „Nach den Vorgaben würde es theoretisch reichen, wenn ein Kamerad 45 Minuten unter Anleitung auf dem Fahrersitz unterwegs ist“, informiert Frank Borrmann. Dies ist ihm allerdings zu wenig. Deshalb hat er gemeinsam mit seinem Führungsstab ein konkretes Konzept entwickelt. „In der Ausbildung verknüpfen wir Theorie und Praxis“, sagt Borrmann. Zum theoretischen Teil gehören allgemeine Verkehrsregeln, Technik, Wartung und Pflege sowie besonderes Verhalten im Einsatz. Die Praxis bestehe aus Trainingsmodulen Bremsen und Ausweichen. „Außerdem ist eine 45-minütige Abschlussprüfung Pflicht“, erklärt der Gemeindebrandmeister. Der erste Termin ist für den 18. Januar angesetzt. „Ich finde den Einsatz ganz hervorragend. Ich hatte ein Unbehagen bei dem Gedanken, dass im Prinzip Ungeschulte demnächst die Fahrzeuge fahren können“, reagiert Hans-Herbert Weigt positiv auf die Vorstellung des Konzeptes.

Auch einen Wunsch richtete der Gemeindebrandmeister an die Verwaltung. So bittet er um eine Prüfung der Straßenbeleuchtung. „Viele Einsätze sind zwischen 2 und 5 Uhr morgens, dann ist es stockfinster in der Gemeinde“, führte er aus. Die alarmierten Kameraden seien gedanklich schon beim Einsatz, unsicher, was auf sie zukommen mag. „In der Gemeinde gibt es zahlreiche Hindernisse, beispielsweise Verkehrsinseln, die die Kameraden im Dunkeln nicht wahrnehmen“, so Borrmann. Deshalb möchte er anregen, die Beleuchtung zumindest an den Feuerwehrgerätehäusern oder noch besser in den gesamten Ortschaften, in denen der Alarm ausgelöst wird, mit der Sirene oder von Seiten der Leitstelle punktuell einzuschalten. „Dies würde erheblich zur Sicherheit beitragen“, unterstützt Andreas Arlt das Anliegen sofort. „Uns liegt die eigene Sicherheit am Herzen, aber die Leute, die für unsere Sicherheit sorgen, noch viel mehr“, verspricht Gemeindebürgermeister Norbert Pallentin, die Hinweise zu prüfen.

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