Boule-Meister trainieren in Rössing / Zwei Wege führen zum Sieg / „Am besten lernt man beim Spielen“

An das „Schweinchen“, an die „Sau“

Die deutschen Profi-Bouler bereiten sich in Rössing auf die Landesmeisterschaften vor und weihen die Mitglieder des Vereins „Freizeitsee-Rössing“ gleichzeitig in die Geheimnisse der Sportart ein. Foto: Oelkers

RÖSSING Als „Generalprobe“ für die Landesmeisterschaften im Tête à Tête (Einzel) haben die Boule-Europameisterin von 2011, Lea Mitschker, und ihr Freund Till-Vincent Goetzke, aktueller Deutscher Meister im Doublette und Mitglied des deutschen Teams bei der in diesem Jahr auf Tahiti ausgetragenen Boule-Weltmeisterschaft im Triplette, mit den Mitgliedern des Vereins „Freizeitsee-Rössing“ trainiert.

Bevor das Paar mit dem Faible für die Kugel am Wochenende in der Boule-Hochburg Hannover an den Start ging, weihte es die Rössinger auf dem vereinseigenen Boule-Platz in die Geheimnisse des französischen Nationalsports ein. „Am besten lernt man beim Spielen“, lud Lea Mitschker die rund 20 Hobbyspieler zu einer gemeinsamen Partie ein. Und begeistert ließen sich die Amateure von den zwei Profis zeigen, mit welchen Tricks eine Boule-Kugel so nah wie möglich an der „Schweinchen“ oder „Sau“ genannten hölzernen Zielkugel, die in den Ursprüngen des Spiels aus Schweineknochen gefertigt wurde, platziert wird. „Auch regionale Begriffe wie Wutz gibt es für die Zielkugel“, erläuterte der aus einer Boule-Familie stammende Till-Vincent Goetzke, bevor er wieder zu seiner Wettkampfkugel griff und mit meisterhafter Präzision die Kugel der gegnerischen Mannschaft wegschoss. Denn grundsätzlich, so war an diesem sportlichen Abend am Freizeitsee zu lernen, gibt es beim Boule oder Pétanque zwei Möglichkeiten, einen Punkt zu erzielen: Die eigene Kugel näher an die Zielkugel zu „legen“, was derzeit den Trainingsschwerpunkt von Lea Mitschker ausmacht, oder einen Punkt des Gegners durch gekonntes „Weg schießen“ der gegnerischen Kugel zu verhindern. „Im Vordergrund meines Trainings steht derzeit das Schießen“, erzählte Till-Vincent Goetzke. Er wird im deutschen WM-Team in der Position als Schießers an den Start gehen. Einig ist sich das Paar, dass ein sportlich ambitionierter Spieler letztlich beide Techniken beherrschen sollte. Wenngleich auch im weniger ambitionierten Freizeitbereich etwas Präzision nicht schadet, schätzt Lea Mitschker an ihrem Sport, dass im Grunde genommen jeder mitmachen und zur Kugel greifen kann: „Das Schöne ist“, unterstreicht die Europameisterin, „dass man mit jedem spielen kann – egal, wie alt er oder sie ist.“ oel

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