Ordination von Juliane Hillebrecht im kleinen Kreis in Rössing

„Hochseeanglerin des Glaubens“ startet mit „Hammerspruch“

Regionalbischöfin Dr. Petra Bahr (links) ordiniert Juliane Hillebrecht in der Kirche in Rössing zur Pastorin.
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Regionalbischöfin Dr. Petra Bahr (links) ordiniert Juliane Hillebrecht in der Kirche in Rössing zur Pastorin.

Rössing / Barnten – Die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Rössing und Barnten haben eine neue Pastorin: Die hannoversche Regionalbischöfin Dr. Petra Bahr hat am Freitag Juliane Hillebrecht in der St. Peter-und-Paul-Kirche in Rössing zur Pastorin ordiniert. „Als junge Pastorin haben Sie sich in diesen Zeiten für diesen doch verrückten Beruf entschieden, Dinge zu verkündigen, die man nicht sehen kann – und das mit großer Zuversicht“, sagte Regionalbischöfin Dr. Bahr in Anspielung auf Hillebrechts Ordinationsspruch. Für die 30-Jährige ist es die erste Pfarrstelle.  Juliane Hillebrecht hatte sich als Ordinationsspruch den Brief des Paulus an die Hebräer ausgesucht: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ Ein „Hammerspruch“, befand Dr. Bahr: „Mitten in der Pandemie so ein hoffnungsvolles Wort, wo uns das Auf-SichtFahren täglich dreimal begegnet.“ Christen seien geübt darin, auf Sicht zu fahren und Zuversicht zu entwickeln. „Wenn Nebel aufkommt über der Nordsee, suche dir ein kleines Licht am Horizont – dann kommst du durch“, habe ihr ein Hochseeangler geraten: „Du brauchst einen Fokus, auf den du dich richten kannst.“ 

Zur Person

Die gebürtige Berchtesgadener Juliane Hillebrecht wuchs in Goslar auf und engagierte sich dort in der evangelischen Jugend. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr in einer Kinderkrippe studierte sie in Göttingen evangelische Theologie sowie einige Semester Indologie und Religionswissenschaft. Erst im Studium habe sich der Wunsch entwickelt, Pastorin werden zu wollen. In Uelzen absolvierte sie ihr Vikariat, die Ausbildung zur Pastorin. Im Anschluss daran machte Juliane Hillebrecht zudem ein Sondervikariat in der Citykirchenarbeit der Marktkirche Hannover.

Der Glaube sei nun diese Zuversicht, aus der Christen lebten. Und die Gemeinde hoffe, dass mit der neuen Pastorin die „Hochsee-anglerin des Glaubens“ komme, die durch die durch das Dunkel manövrieren werde. „Den Horizont müssen wir aber gemeinsam betrachten und die Lichtfunken und die Zuversicht suchen“, sagte Regionalbischöfin Dr. Bahr. Auf dieser neuen Generation der Pastoren liege eine große Verantwortung – wie solle es weitergehen nach der Pandemie, wenn die Horizontbestimmung umstritten ist und der Boden wackele: „Es ist die große Zuversicht Gottes, der an uns glaubt, wenn wir Gott nicht sehen, der nicht zweifelt, wenn wir den Glauben an den Nagel hängen wollen und uns sieht, wenn wir Gott im Leben nicht mehr zu sehen vermögen.“ 

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