Anwohner „Hinter der Bahn“ ärgern sich über Lärm bei Bahnbauarbeiten

Ohne Schlaf zur Arbeit...

Parallel zur Hauptstraße und den Bahngleisen verläuft die Straße „Hinter der Bahn“: Hier ärgern sich Anwohner über den anhaltenden Lärm, der vor allem nachts durch Baumaschinen (links) und das Dieselaggregat (gelb) verursacht wird. Fotos: Hüsing

NORDSTEMMEN „Ich kann nicht mehr. Der Lärm macht mich so aggressiv“, spricht Sabine Schröder offen an, was sie und ihre Nachbarn derzeit beschäftigt. Seit drei Jahren wohnt Viktoria Ellhoff jetzt mit ihrer Familie „Hinter der Bahn“ in Nordstemmen – doch einen solchen Lärm wie in diesen Tagen und Nächten hat sie noch nicht erlebt.

„Ich bin dauer-gereizt“, erzählt die zweifache Mutter. In der Karwoche wurden die geplanten Weichenbauarbeiten im Bahnhofsbereich in Nordstemmen bereits vorbereitet (die LDZ berichtete). „Tagsüber hört man kaum etwas, aber nachts ist der Lärm ohrenbetäubend“, erzählt sie. Am meisten ärgern sich Sabine Schröder und Viktoria Ellhoff, dass die Bahn die Anwohner nicht über den Verlauf der Arbeiten informiert hat. „Es gab keine Hauszettel oder ähnliches“, so Ellhoff. In erster Linie nachts werde der Schotter auf- und abgeladen, die Baumaschinen fahren die Gleise entlang und das Dieselaggregat brummt. „Es steht direkt unter unserem Schlafzimmerfenster. Ich werde wahnsinnig“, meint Sabine Schröder. Sie wünscht sich bessere Informationen durch die Bahn und vor allem eine Wiedergutmachung. „Hätten wir den zeitlichen Ablauf gewusst, wären wir vielleicht jetzt und nicht im Juni in Urlaub gefahren“, ergänzt Viktoria Ellhoff.

Sabine Brunkhorst, Pressesprecherin der Bahn, bestätigt, dass es sich bei den Arbeiten um den über die Zeitung angekündigten Austausch von zehn Weichen handelt: „Bis 22. Mai werden die Weichen ausgetauscht, das ist leider mit Lärm und Staub verbunden – auch nachts.“ Zwar seien die Baumaschinen lärmgedämpft, aber die Emmissionen seien nicht zu verhindern. Warum die Anwohner nicht informiert wurden, kann sie nicht mit Sicherheit sagen. Fest stehe aber, dass dies im Ermessen des Bauleiters liege. „Vielleicht ist es ein kleiner Trost, dass nach den Arbeiten die Züge auf den neuen Weichen wesentlich leiser fahren werden“, appelliert Sabine Brunkhorst noch einmal an das Verständnis der Anwohner und setzt auf ihr Durchhaltevermögen.

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