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M.S. Aphrodite: Fernsehstars am Limit

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Gute Laune ist bei der Premiere des neuen Stücks garantiert: Für die Spielfreunde Heyersum gibt es zum Abschluss viel Applaus vom begeisterten Publikum. Fotos: Oelkers
Gute Laune ist bei der Premiere des neuen Stücks garantiert: Für die Spielfreunde Heyersum gibt es zum Abschluss viel Applaus vom begeisterten Publikum. Fotos: Oelkers

HEYERSUM Schiff ahoi und losgelacht: Die Spielfreunde Heyersum haben ein Traumschiff flott gemacht und ihr Publikum in der nahezu ausverkauften, liebevoll maritim dekorierten Heinz-Fiolka-Halle auf eine turbulente Jungfernfahrt durch die Karibik – Dreharbeiten zur Fernsehserie „Dahin schwimmende Liebe“ und jede Menge Stars am Rande des Wahnsinns inklusive – entführt.

Vom ersten Moment an zündete das temporeich inszenierte Lustspiel rund um die „M.S. Aphrodite – Fernsehstars am Limit“ ein Feuerwerk an Gags und Kalauern, und jedem der spielfreudigen Ensemblemitglied war die Freude am rasanten Wortwitz der aus der Feder von Bernd Spehling stammenden Komödie deutlich anzusehen.

Wo die Reise hingeht, das machten Helma Schönberg als mondäne, „das Maximum“ liebende Astrid Wegener und Bianca Lehmann als ihre resolute Freundin Beate Reichenbach schon beim Einchecken in einem bissigen Wortwechsel mit Beate Reichenbachs gutmütigem Ehemann Rüdiger Reichenbach (Markus Kühn) deutlich. Angesichts der angetrauten Versager sind sich die Damen einig: „Männer. Typisch. Ich sag immer, wenn wir sie nicht zum Beischlaf bräuchten, wären sie besserer Kompost.“ Eine Ausnahme ist Beates Ansicht nach allein Serienheld Mennowinn „Menno“ Mennerich, dem ihr Ehemann wie aus dem Gesicht geschnitten ist.

Bei den Dreharbeiten an Bord setzt sie alles daran, mit „ihrem“ Star anzubandeln. Köstlich ist anzusehen, wie Bianca Lehmann die Rolle der genervten Ehefrau verlässt und ganz schmachtender Fan wird. Was sie bei all ihren herrlich-aufdringlichen Anbiederungsversuchen nicht bemerkt: sie umgarnt die ganze Zeit über den eigenen Mann. Denn nach einer Herzattacke ist der wahre Menno – Markus Koch wechselt mit sichtlichem Spaß vom blasierten Star und veritablen Kotzbrocken zum gutmütig-vertrottelten und zugleich listigen Ehemann – für den Dreh ausgefallen. In ihrer Not haben Erfolgsregisseur François de Bedell, den Arne Schneider wunderbar als gestressten Hektiker gibt, und sein kongenialer Regieassistent aus Tschechien Ivo Kulitschka (spitzbübisch und staubtrocken Daniel Brandes) den Doppelgänger als Ersatz engagiert.

Bis die endgültig letzte Klappe zur Fernsehserie fallen kann, droht die Sache wiederholt aus dem Ruder zu laufen. Einen guten Teil tragen die anderen angeheuerten Stars, die der großen Abschlussgala Würze verleihen sollen, dazu bei. Als zickig-zeternde Schlagersängerin Angelika Bunt legt Kerstin Schiller einen vom Publikum gefeierten Auftritt aufs Parkett. Viel Gelächter, Zugabe-Rufe und einen großen Extra-Applaus gibt es auch für die zünftig bayerisch sprechenden, fröhlichen Volksmusikanten vom „Napalm-Duo“, Michaela und Manuel.

Gudrun Hamelmann und Markus Maida versprühen vor der Kamera heile Welt und Alpenromantik, dass es nur so kracht. Sie können es mit jedem Volksmusik-Pärchen aufnehmen. Eine Gaudi ist ihre live gesungene Version des Zillertaler-Hochzeitsmarsches. Als türkische Reinigungskraft Berivan, jedem Klischee von der dümmlichen Blondine gerecht werdenden, „bezaubernden“ Fernsehshow-Assistentin und als misstrauische Journalistin Anne Töpperwein spielt sich Bibiana Boner an Bord der mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzten M.S. Aphrodite in die Herzen des Publikums. Am Ende der Premierenfahrt gilt der Beifall nicht nur der schauspielerischen Leistung. Mit großem Applaus bedacht werden auch jene Mitglieder der Laienspielgruppe, die im Hintergrund an der perfekten Illusion des Kreuzfahrtschiffes mitgewirkt haben. oel

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