„Bondarenko-Quartett“ begeistert in der Rössinger St.-Peter-und-Paul-Kirche

Menschen mit Musik bewegen

Bewegt lauscht das Publikum den zahlreichen Stücken, die das „Bondarenko-Quartett“ in der Rössinger Kirche zu Gehör bringt. Fotos: Jäger

RÖSSING In der evangelischen Kirche St. Peter und Paul in Rössing kommt es in unregelmäßigen Abständen immer wieder zu musikalischen Begegnungen mit Künstlern aus dem Ort oder der Region. Zuletzt war das „Bondarenko-Quartett“ zu Gast, um das Publikum mit seinem Können zu begeistern.

Neben dem in Hildesheim wohnenden Geiger Alexander Bondarenko gehören diesem Streicher-Ensemble Renate Herzog-Meyer (Violine), Wolfgang Volpers (Viola) und Dietmar Schlögl (Violoncello) an. Mit dem bekannten Choral „Jesus bleibet meine Freude“ von Johann Sebastian Bach wurden die Besucher auf die folgende Andacht eingestimmt, zu der Pastorin Griet Stallmann-Molkewehrum die einleitenden Worte sprach.

Im Zentrum der musikalischen Andacht in der Rössinger Kirche stand das 8. Streichquartett op. 110 von Dimitri Schostakowitsch, mit dem an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 69 Jahren erinnert werden sollte. „Im Gedenken an die Opfer des Faschismus und des Krieges“ lautet die Widmung dieses Werkes, das Schostakowitsch in nur wenigen Tagen im Jahr 1960 in Gohrisch (Sächsische Schweiz) schrieb. Seine Musik verarbeitet einerseits den Eindruck des vom Krieg zerstörten Dresdens, hat andererseits aber auch einen persönlichen Hintergrund, denn er verstand dieses Werk auch als ein „Requiem“ für sich selbst. Den autobiographischen Charakter unterstrich Schostakowitsch durch die Verwendung der Tonfolge d-es-c-h (der musikalischen Entsprechung seiner Initialen D. Sch.), die das Werk bedeutungsvoll eröffnet.

Zu Tränen rühren

Bezeichnend ist die zyklische Anlage des Stückes, dessen fünf Sätze nahtlos ineinander übergehen: Sie führen von einem eröffnenden Largo über zwei schnelle Sätze – einem aggressiven Allegro-molto und einem hintersinnigen Allegretto-Scherzo – mit zwei Largo-Sätzen zur düsteren Ausgangsstimmung zurück. Hochkonzentriert und mit großer Hingabe und Leidenschaft wurde das pseudotragische Werk, das Schostakowitsch angeblich bereits beim Komponieren zu Tränen rührte, von den vier Musikern dargeboten.

Die ergreifend dunklen Klänge füllten die kleine Kirche wundervoll aus und beeindruckten die Zuhörer, die zahlreich in die Nordstemmer Ortschaft gekommen waren.

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