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„Meilenstein der Zusammenarbeit“

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Bernd Wiesendorf, Pamela Stiller, Birgit Thieme, Thomas Brandes und Horst-Dieter Schelper (v.l.) freuen sich über das erste Schild „Einbrecher Sperrbezirk“. Foto: Hüsing
Bernd Wiesendorf, Pamela Stiller, Birgit Thieme, Thomas Brandes und Horst-Dieter Schelper (v.l.) freuen sich über das erste Schild „Einbrecher Sperrbezirk“. Foto: Hüsing

NORDSTEMMEN / SARSTEDT „Einbrecher Sperrbezirk – Vorsicht! Wachsamer Nachbar“ – Mit diesem Hinweis möchten die Kommunen und die Polizei die Bevölkerung sensibilisieren, auffällige Personen oder Fahrzeuge der Polizei zu melden. 140 Schilder werden in den kommenden Tagen in fünf Kommunen aufgehängt.

118 Einbrüche in einem halben Jahr: Diese Summe lässt Rainer Kahr und Thomas Brandes von der Polizei Sarstedt aufhorchen. Um die Zahl der Einbrüche im Gebiet des Polizeikommissariats (PK) zu minimieren und mehr Einbrüche aufzuklären, haben sie sich jetzt mit den Kommunen zusammengetan. Auf gelben Schildern, die unterhalb der Ortseingangsschilder angebracht werden, werden Bürger dazu aufgerufen, „wachsame Nachbarn“ zu sein. „Viele haben noch eine gewisse Hemmschwelle, sich bei der Polizei zu melden. Aber wir sind für jeden Tipp dankbar, möglichst schnell nach dem Vorfall“, betont Bernd Wiesendorf. Der Vizepräsident der Polizeidirektion Göttingen spricht von einem „einmaligen Projekt“: „Es handelt sich um einen Meilenstein der Zusammenarbeit zwischen den Zuständigkeiten“, lobt er die gute Verbindung zu den Kommunen. Neben Sarstedt sind auch Nordstemmen, Algermissen, Giesen und Harsum mit an Bord. Sie haben die Finanzierung der Warnschilder übernommen.

„Die Entscheidung viel ganz schnell“, sagt Horst-Dieter Schelper, stellvertretender Bürgermeister Sarstedts. Und Wiesendorf geht sogar noch weiter und nimmt die Kommunen in die Pflicht: „Prävention ist Bürgermeisterpflicht.“ Gerade Wohnungs- und Hauseinbrüche nehmen zu, nicht immer können die Täter schnell ermittelt werden. „Im Landkreis Hildesheim gab es im ersten Halbjahr 2013 282 Einbrüche. Dies ist eine gehörige Steigerung zu 2012“, nennt Birgit Thieme konkrete Zahlen. Die Leiterin des Zentralen Kriminialdienstes der PK Hildesheim berichtet weiterhin von einer zentralisierten Sachbearbeitung sowie Streifendiensten, die die Augen und Ohren offen gehalten haben. „Wir haben die Tatorte noch einmal besucht, und die meisten Hinweise kamen aus der direkten Nachbarschaft“, so Thieme. Dadurch sei die Aufklärungsquote gestiegen.

140 Aluschilder

„Die Aktion ist einprägsam“, hofft auch Dirk Behrmann von der Zentralstelle Prävention auf einen Effekt. Er fungiert als Bindeglied zwischen den Polizeikommissariaten und dem Bund und wird die Sarstedter Idee an die höheren Stellen weitergeben: „Vielleicht findet sie ja Nachahmer.“

140 Schilder wurden erstellt, die in den beteiligten Kommunen aufgehängt werden sollen. „Das übernehmen jeweils die Bauhöfe“, sagt Rainer Kahr, Leiter des PK Sarstedt. Mindestens zwei Schilder pro Ortschaft sind vorgesehen, an den entscheidenden Ortseingangsschildern. Rund 3 000 Euro kosten die 140 Schilder, die in den nächsten Tagen geliefert und montiert werden sollen.

„Wir hoffen, die Aluschilder ein Jahr hängen lassen zu können, um anschließend eine Auswertung vornehmen zu können“, erklärt Rainer Kahr. Parallel zu der Aktion wird die Bereitschaftspolizei sich in den gefährdeten Baugebieten sehen lassen. „Auch Flyer sollen verteilt werden. Außerdem ist es möglich, eine Präventionsveranstaltung mit den Kollegen der Präventionsstelle Hildesheim in den Kommunen anzubieten“, setzt Rainer Kahr ebenso wie seine Kollegen auf eine umfangreiche Sensibilisierung der Bürger, um zukünftige Einbrüche zu verhindern oder zumindest zeitnah aufklären zu können.

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