Oberschule ändert erneut Stundenrhythmus / Friedel Reinecke: „Sind um die Bedürfnisse der Schüler bemüht“

Marienbergschule dreht an der Uhr

Ab dem Schuljahr 2014/2015 stellt die Marienbergschule in Nordstemmen den Stundenrhythmus erneut um: Auf die 60-Minuten-Schulstunde folgt zum neuen Schuljahr eine 30/60-Taktung, um die Vorteile eines 90-Minuten-Blocks zu erhalten. Foto: Vogelbein

NORDSTEMMEN Eine klassische Schulstunde dauert in der Regel 45 Minuten. Dieses Model hat schon die Urgroßeltern der heutigen Schülergeneration begleitet, doch könnte es bald endgültig in den Ruhestand geschickt werden. Zumindest in der Marienbergschule in Nordstemmen, wo seit Anfang des aktuellen Schuljahres mit einer 60-minütige Taktung Erfahrungen gesammelt werden. Die Lösung aller Probleme war das allerdings noch nicht, erklärt Schulleiter Friedel Reinecke. Im kommenden Schuljahr startet deshalb ein neuer Versuch.

Denn die zum Schuljahr 2013/2014 eingeführte 60-Minuten-Taktung hatte auch gleichzeitig logistische Aufgaben zur Folge: Neben den Lehrer- und Stundenplänen mussten auch die Fahrpläne der Schulbusse angepasst werden. Der Feldversuch im ersten Jahr zeigte aber auch Schwächen, beschreibt Reinecke: Für viele Unterrichtseinheiten sei eine volle Stunde ganz einfach zu wenig. Ob der Weg zum Sportplatz, der Aufbau von Sportgeräten oder die Vorbereitungen des Werkunterrichts – die Vorteile einer 45-Minuten-Doppelstunde konnten nicht aufgewogen werden. „Wir haben festgestellt, dass es kneift“, so der Schulleiter. Trotzdem soll der 60-Minuten-Rhythmus nicht aufgegeben werden.

„Wir basteln daran, bis es passt“, so Reinecke. Zum Schuljahr 2014/2015 soll deshalb ein 30/60-Minuten-Rythmus gestartet werden. Unterbrochen von zwei großen 20-minütigen Pausen, sollen Blöcke von je 30 und 60 Minuten im Wechsel stattfinden. Zwischen den 30/60-Blöcken findet eine fünfminütige Pause statt, sodass ein flexibler 95-Minuten-Block entsteht. Die Lehrer können diese individuell mit Inhalten füllen, wobei jeder Tag mit einer 30-minütigen Einheit mit dem Klassenlehrer beginnen soll. Viermal die Woche werden dann die Kernfächer Mathe, Deutsch und Englisch (zweimal 30 und zweimal 60 Minuten lang) unterrichtet. Kursangebote wie Sport, Profile oder Kunst können damit wieder auf die ehemals bewährten 90 Minuten zurückgreifen. So blieben die neuen Ansätze der 60-Minuten-Stunde erhalten, ohne auf die Vorteile eines 90-minütigen Blocks verzichten zu müssen. „Wir befinden uns in einer Entwicklungsphase“, betont der Schulleiter. Entstanden ist das neue System unter der Federführung von Arbeitsgruppenleiterin Mona Friedrich.

Der Wunsch zur erneuten Umstellung sei ursprünglich von den Lehrern selbst gekommen, die Schüler erbaten sich zudem eine Kürzung der Mittagspause (jetzt 50 Minuten). Neben den bereits genannten Gründen zu kurzer Kurszeiten im einfachen 60-Minuten-Ryhmus, habe die Nachbereitung des Schuljahres zudem ergeben, dass die Konzentration der Schüler erheblich nachlasse, erklärt Mona Friedrich. Dass den Schülern durch den wiederholten Rhythmuswechsel möglicherweise zu viel zugemutet wird, sieht Schulleiter Reinecke aber nicht: „Wir sind bemüht, den Bedürfnissen der Schüler gerecht zu werden.“ Dabei verweißt der Schulleiter auch auf die Berufswelt, wo ständig zeitliche Rhythmuswechsel stattfinden. Man würde von den Vorteilen nur profitieren. Ansonsten werde so lange weiterprobiert, bis es für Schüler und Lehrer genau passt.

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