Unternehmen htp aus Hannover informiert in Burgstemmen über schnelle Leitungen / Infostand heute am Feuerwehrhaus

„So macht Internet wieder Spaß“

Viele Burgstemmer Bürger sind in das Feuerwehrhaus „gepilgert“, um sich von htp-Geschäftsführer Thomas Heitmann über die Möglichkeiten in ihrem Dorf informieren zu lassen. Fotos: Vogelbein

BURGSTEMMEN Wer in Burgstemmen eine Seite im Internet öffnen möchte, muss in der Regel ein wenig Geduld mitbringen. „Das wissen Sie besser als ich“, sagt Thomas Heitmann. Der Geschäftsführer des Hannoverschen Telekommunikationsunternehmens htp hat gemeinsam mit der Gemeinde Nordstemmen in das Feuerwehrhaus eingeladen, um darzustellen, wie dieser Umstand beseitigt werden könnte.

Zunächst aber ergriff Harry Neise, Fachbereichsleiter Bau der Gemeinde Nordstemmen, das Wort und informierte über das Bestreben der Gemeindeverwaltung, im gesamten Flächengebiet die Internetanbindung zu verbessern. Für dieses Unterfangen habe man die Firma htp aus Hannover mit ins Boot holen können. Trotz eines freien Marktes handele es sich, laut Neise, um das einzige Unternehmen, das sich der Situation annehmen wolle. „Die Telekom konzentriert sich nur auf die Ballungsgebiete. Für die sind unsere ländlichen Regionen uninteressant“, erklärt Neise. Etwa 60 Burgstemmer waren der Einladung gefolgt und ließen sich von htp-Geschäftsführer Thomas Heitmann erklären, warum das Internet in Burgstemmen überhaupt so langsam ist. Grund seien demnach die alten Kabel aus der Nachkriegszeit und ihre Entfernung zum Knotenpunkt im Nordstemmer Ortskern. Die Pläne der htp für Burgstemmen sind trotz der aufwändig erscheinen Aufgabe recht simpel: Statt die Leitungen von Nordstemmen nach Burgstemmen komplett zu erneuern und so auf teure Tiefbauarbeiten zurückzugreifen, soll eine bereits vorhandene und Burgstemmen kreuzende Glasfaserleitung angezapft werden, um in der Folge die bereits im Dorf vorhandenen Leitungen mit schnellem Internet zu versorgen. Baugruben vor jedem Haus sind deshalb nicht zu befürchten. Neben die bereits vorhandenen Telefonkästen, von denen sich drei in Burgstemmen befinden, müssten lediglich neue Anlagen installiert werden. Die Investition würde dem Unternehmen etwa 110 000 Euro kosten. Deshalb müssten mindestens 130 Bürger in Burgstemmen ihr Interesse daran bekunden, einen solchen Anschluss abzunehmen, erklärt Heitmann. Entsprechende Briefe sind an alle Haushalte verteilt worden. „Sie bekunden lediglich ihr Interesse und schließen noch keinen Vertrag mit uns ab“, so der Geschäftsführer, der dennoch auf gegenseitiges Vertrauen setzt: „Wenn wir versprechen, noch 2014 für schnelles Internet zu sorgen, dann vertrauen wir auch darauf, dass ihr Interesse bestehen bleibt.“

Im Angebot sind dann Leitungen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 Mbits/s. Aktuell laden die Seiten in Burgstemmen gerade mal mit etwa einem Megabit pro Sekunde: „So macht das Internet wieder Spaß“, verspricht Heitmann. Bis jetzt seien rund 50 Interessenbekundungen an das Unternehmen zurückgegangen. Am heutigen Sonnabend stehen Vertriebspartner aus der Region in der Zeit von 10 bis 16 Uhr im Feuerwehrhaus Burgstemmen für Fragen zum eigenen Anschluss, Tarifen und Möglichkeiten zur Verfügung. Das Interesse am Infoabend zeigte aber auch, dass in der Bevölkerung noch viele Fragen offen sind. „Was passiert mit meiner alten Nummer, welche Geräte muss ich kaufen, wie funktioniert meine ISDN-Leitung?“, sind dabei nur einige Punkte, die sich beispielsweise Arnold Meier und Achim Säßenbach aufgeschrieben haben. Genau wie Bastian Dittrich und Ralf Kease, die sich noch einmal genau die Tarifübersicht anschauen, hoffen sie auf zeitnah schnelles Internet. „Wir als Gemeinde wollen etwas umsetzen“, betont auch Harry Neise. Zudem investiere die htp gegen einen Trend, nämlich der Abwanderung in die Städte: „Wir sehen aber auch, dass die ländliche Region für viele wieder attraktiver wird, und legen jetzt den Grundstein für eine ausreichende Versorgung“, bekräftigt Heitmann.

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