128 Freiwillige bei Blutspende des DRK-Ortsvereins Nordstemmen / Zahlreiche Jubilare und 15 Erstspender

„Leider darf nicht jeder spenden“

DRK-Ortsvereinsvorsitzende Irmtraut Mundhenke (l.) gratuliert Günther Germann, der sein Blut zum 130. Mal spendet.

NORDSTEMMEN Kurz vor dem Jahreswechsel noch einmal Blutspenden gehen? Viele Nordstemmer beantworteten diese Frage für sich mit einem klaren „Ja“. „Wir hatten 128 Spender, das ist ein super Ergebnis“, freut sich Irmtraut Mundhenke. Die Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Nordstemmen ist sichtlich zufrieden mit dem Verlauf des Jahres.

Schlangen bilden sich sowohl an der Annahme als auch vor dem Bereich zum Doktor. Doch mit Ruhe und Gelassenheit stehen die potenziellen Blutspender beisammen, tauschen sich aus, begrüßen Bekannte und kommen Schritt für Schritt ihrer „guten Tat“ näher. Nur einmal kommt leise Unruhe auf. Eine Familie aus Nordstemmen mit arabischem Hintergrund ist zum Blutspenden gekommen. Vater und Tochter werden angenommen, die Mutter hingegen kommt über den Besuch beim Arzt nicht hinaus. „Ich habe beim Arzt nachgefragt und er hat in den Richtlinien nachgesehen, in denen eindeutig steht, dass ein Spender die Fragen des Arztes selbst verstehen können muss“, wundert sich auch Irmtraut Mundhenke, warum die Frau abgewiesen wurde. Obwohl die Tochter anbietet, für sie zu übersetzen, darf die Frau ihr Blut nicht spenden. „Das verstehe ich nicht“, murmeln sowohl die Besucher als auch das Team des örtlichen Deutschen Roten Kreuzes, doch ändern können sie an der Situation nichts. „Der Arzt entscheidet letztendlich und kann auch nur nach den staatlichen Vorgaben gehen“, so die Vorsitzende: „Aber das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen, ich werde mich weiter für eine Änderung einsetzen.“

Unter den 128 Spendern befanden sich auch 15 Erstspender: „Es freut uns besonders, dass sich so viele junge Menschen getraut haben, zur Blutspende zu kommen“, ist Irmtraut Mundhenke ganz begeistert. Doch nicht nur die Erstspender können sich über ein Willkommenspräsent freuen, auch zahlreiche Jubiläumsspender wurden geehrt: Silke Walter und Harald König gaben zum zehnten Mal ihr Blut, Günter Funk und Karin Bödeker zum 20. Mal. Für die 40. Spende wurden Monika Hormann und Dirk Schmull geehrt, Maik Schliwinsky spendete zum 50. Mal. Ortsbürgermeister Bernhard Flegel spendet seit seiner Zeit bei der Bundeswehr sein Blut, die Statistik des DRK erfasst aber immerhin schon 60 Spenden. Frank Rautenberg wurde zum 70. Mal zur Ader gelassen, Günter Müller spendete zum 80. Mal. „Für eine ganz besondere Spende konnten wir Günther Germann ehren. Er gab sein Blut bereits zum 130. Mal“, freut sich Irmtraut Mundhenke.

Die Vorsitzende des Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes ist mit dem Verlauf des Blutspende-Jahres sehr zufrieden: „Es ist gut gelaufen, wir hatten bei unseren vier Terminen über 500 Spender.“

Seit einigen Jahren bietet das Nordstemmer DRK die letzte Blutspende des Jahres nicht mehr vor Weihnachten, sondern kurz vor dem Jahreswechsel an. „Zu dieser Zeit haben viele Menschen Urlaub und Zeit und Möge, ihr Blut zu spenden“, schildert Irmtraut Mundhenke ihre Erfahrungen. Zwar sei es schwieriger, zu dieser Zeit genügend Mitarbeiter zu finden, da sich viele ebenfalls im Urlaub befinden, aber es hätte noch jedes Mal geklappt. „Wenn genügend Spender kommen, lohnen sich auch die Arbeit und Mühe, die mit einer Blutspende verbunden sind“, meint Mundhenke. Sie bedankt sich ausdrücklich beim Hausmeister der Marienbergschule für die tolle Zusammenarbeit: „Es ist nicht selbstverständlich, dass er uns in den Schulferien alles vorbereitet und die Räume zur Verfügung stellt.“

Anlässlich der vierten Spende im Jahr, kamen alle Namen derer, die an allen vier Spenden teilgenommen haben, in eine Lostrommel. Ein Mitglied der Jugendgruppe durfte Losfee spielen: Die Nordstemmerein Maria Büsing kann sich über einen Gutschein im Wert von 25 Euro freuen.

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