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So viel Arbeit steckt in der Knolle

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Von: Jennifer Klein

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Mit der Ernte ist Landwirt Stephan Mund bisher zufrieden. Anfang Mai wird die Kartoffel gepflanzt. Etwa zwei Monate beträgt das Wachstum der Knolle, erläutert er der CDU-Landtagsabgeordneten Laura Hopmann. „Da hatten wir keine 100 Millimeter Niederschlag“, sagt er: „Trotzdem haben wir keine Minusernte.“
Mit der Ernte ist Landwirt Stephan Mund bisher zufrieden. Anfang Mai wird die Kartoffel gepflanzt. Etwa zwei Monate beträgt das Wachstum der Knolle, erläutert er der CDU-Landtagsabgeordneten Laura Hopmann. „Da hatten wir keine 100 Millimeter Niederschlag“, sagt er: „Trotzdem haben wir keine Minusernte.“ © Jennifer Klein

Heyersum – Die Kartoffel zählt zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln: Knapp 60 Kilogramm des Erdapfels hat jeder Bundesbürger im vergangenen Jahr verbraucht – zwei Kilogramm mehr als noch im Vorjahr, wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bilanziert. Bis die Kartoffel auf dem Teller landet, ist es ein langer Weg. Landwirt Stephan Mund gibt Einblicke in eine aufwändige Ernte.

Wir haben Spaß an der Kartoffel“, lächelt der Heyersumer. Seit rund sechs Jahren baut der Landwirt von der AgriCo GbR die beliebte Knolle an. Damals sei es ein Blick in die Zukunft gewesen. Denn: Durch das Auslaufen der Europäischen Zuckermarktordnung sei es längst nicht mehr attraktiv, gänzlich auf die Zuckerrübe zu setzen. „Vor sechs, sieben Jahren konnte man von der Rübe leben“, sagt er und kritisiert mit deutlichen Worten den „billigen Rohrzucker aus Brasilien“.

Die Kartoffel schien interessant: „Wir sind da so hin-eingeschlittert“, erinnert er sich: „Wie ein Rucksackbauer.“ Unterstützt wurde der Landwirt von einem hiesigen Unternehmen. Heute macht die Kartoffel rund zehn Prozent seines Anbaugebietes aus. Aber: 50 Prozent der Arbeitskraft binde die Kartoffelernte. Es sei nicht nur das immer wieder neue Ausrichten der Maschine, das Desinfizieren nach dem Roden jeder Sorte, sondern auch die Handarbeit im Anschluss: Auf dem Hof der Familie Bauermeister-Mund werden die Knollen nämlich per Hand sortiert. 70 Prozent sind Pflanzkartoffeln, rund ein Drittel landen am Ende auf dem Teller.

Mit der Ernte ist der Landwirt bisher zufrieden: Anfang Mai wird gepflanzt. Etwa zwei Monate beträgt das Wachstum der Kartoffel. „Da hatten wir keine 100 Millimeter Niederschlag“, sagt er: „Trotzdem haben wir keine Minusernte.“  Auf Wetterextreme könne man sich kaum vorbereiten. Stephan Mund setze auf „Risikostreuung durch viele Kulturen“. 

Für die Zukunft hat er nur einen Wunsch: „Keine Verhinderungskultur“, so der Landwirt kurz und knapp. Das Problem sei, dass eben jeder Schritt reguliert ist.  Landtagsabgeordnete Laura Hopmann, die den Landwirt an diesem Morgen begleitet, pflichtet bei: „Wir brauchen ein Grundvertrauen in Menschen, die ihr Wissen erlernt haben.“

Bei ihren Besuchen im Wahlkreis würden sich viele Themen rund um Wald und Landwirtschaft drehen. „Es ist total wichtig, dass wir Probleme immer wieder über unsere Vertreter in Berlin und über den Bundesrat deutlich machen“, sagt die Landtagsabgeordnete, der eben die Wertschätzung vor Ort besonders am Herzen liege. Wichtig sei noch dazu, dass Nahrungsmittel, die vor Ort angebaut werden, eben auch hierzulande zur Versorgung beitragen. „Alles, was importiert wird, ist klimaschädlich“, sagt die Christdemokratin.

Niedersachsen habe besonders viel Landwirtschaft zu bieten: „Wir haben super Böden.“ Vor allem mit Blick auf den Landkreis Hildesheim und die vielen Produkte, die hier angebaut werden, könnte sie sich gut vorstellen, ein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln. 

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