Mitglieder des Bauausschusses stimmen für Investitionen an gemeindeeigenen Gebäuden und Kanalsystemen

Kostspielige Maßnahmen beschlossen

Manfred Hänsch, Andreas Arlt und Kirsten Gesemann (v.l.) von der SPD-Fraktion im Ausschuss Planung, Bau, Umwelt und Feuerschutz lauschen interessiert den Ausführungen der Fachleute. Fotos: Hüsing

NORDSTEMMEN Lange saßen die Mitglieder des Ausschusses Planung, Bau, Umwelt und Feuerschutz Dienstagabend zusammen. Nach einer Begehung der Kläranlage der Gemeinde diskutierten sie im Sitzungssaal über eine Ausschreibung der LED-Straßenbeleuchtung und Kanalsanierungsarbeiten in Barnten und Klein Escherde.

Bereits im März hatte Markus Skeide den Ausschussmitgliedern verschiedene Modelle der LED-Köpfe vorgestellt und mit Hilfe der Gemeinde eine Musterstraße Am Feuerbrunnen eingerichtet (die LDZ berichtete). „Sie konnten sich in den letzten Wochen ein Bild machen, welche Leuchtkraft die Lampen haben und welches Design Ihres Erachtens am besten ins Dorfbild passen würde“, legte der Diplom-Ingenieur in Elektrotechnik dem Ausschuss noch einmal die bisherigen Schritte dar. Nun sei es an den Kommunalpolitikern zu entscheiden, welches Modell man in einer Ausschreibung vorgeben möchte, um eine sinnvolle Auswahl von technischen Anforderungen vorzugeben.

„Ich würde gar kein Modell, sondern nur konkrete Daten vorgeben, vielleicht bietet uns dann jemand ein Modell an, dass uns noch gar nicht bekannt ist“, warf Manfred Hänsch in der Diskussion ein. „Eine der Leuchten in der Musterstraße würde ich als Autofahrer nicht begrüßen, sie ist viel zu hell“, ergänzte er. Für ihn seien die Kriterien hell, stromsparend und preisgünstig ausschlaggebend.

Der Fachmann Markus Skeide verdeutlichte jedoch, warum eine Vorgabe eines Modells sinnvoll sei: „Sie würde eine Orientierung bieten und sicherstellen, dass wir für Nordstemmen keinen Müll angeboten bekommen.“ Nebenangebote von gleicher Qualität sollten jedoch zugelassen werden. Hierauf einigten sich letztendlich auch die Auschussmitglieder: Die beiden Modelle der Firmen Trilux und Leipziger Leuchten, die bei dem mit Hilfe verschiedener Krieterien aufgestelltem Ranking am besten abgeschnitten haben, werden in den Ausschreibungstext aufgenommen.

Auf der Tagesordnung des Ausschusses standen außerdem zwei geplante Baumaßnahmen am Bauhof und dem Klärwerk Nordstemmen. So soll das rückwärtige Vordach am Gebäude am Bauhof verlängert werden, um weiteren Einstellplatz für die Fahrzeuge zu schaffen, um sie vor der Witterung zu schützen. „Bei dem Dach handelt es sich um eine Stahlkonstruktion, die an das bereits bestehende Dach angepasst würde“, erläuterte Architekt Peter Appel. Im Zuge der Arbeiten für insgesamt 55 000 Euro würden außerdem fehlende Leitungen ergänzt und die Außenanlage berücksichtigt. „Bei unserer Besichtigung des Bauhofes im vergangenen Jahr haben wir gesehen, dass das vorhandene Dach für die neuen Fahrzeuge zu niedrig ist, so dass ich finde, eine Erweiterung ist hier dringend erforderlich“, meldete sich Henning Lange zu Wort. Diesem Gedanken folgten die anderen Ausschussmitglieder.

Auch bei der Kläranlage stehen umfangreiche Baumaßnahmen an. So solle hier das Schwarz-Weiß-Prinzip greifen, das vorsieht, getrennte Umkleiden mit einer Duschverbindung zu schaffen, so dass die Mitarbeiter während des Wechselns ihrer zivilen und ihrer Arbeitskleidung jeweils duschen können, ohne das die Umkleidebereiche miteinander in Berührung kommen. So kann auch eine separate Umkleide für weibliche Angestellte geschaffen werden. Außerdem erhält das Gebäude ein neues Dach, die Fassade wird energetisch aufgerüstet und die Heizung erneuert. Diese Maßnahme schlägt im Haushalt mit 290 000 Euro zu Buche und wurde von den Ausschussmitgliedern einstimmig verabschiedet.

Kanalsanierung

Diplom-Ingenieur Andreas Rehe stellte dem Ausschuss zwei weitere, kostspielige Arbeiten vor. So muss das Schmutzwassersystem in Barnten und Klein Escherde saniert werden. In Groß Escherde ist diese Maßnahme bereits abgeschlossen, in Adensen und Hallerburg in vollem Gang. Die geschätzten Kosten belaufen sich in Barnten auf 395 000 Euro und in Klein Escherde auf 200 000 Euro. Hierin enthalten sind partielle Arbeiten an einzelnen Haltungen, Schlauchliner und die offene Bauweise. „Je nach dem Schaden, den wir per Kamerabefahrung vorgefunden haben, werden die Sanierungsarten angepasst, um die Kosten so gering wie möglich zu halten“, erklärte Andreas Rehe. Das Kanalsystem bestehe aber zum Großteil aus Steinzeug-Rohren und sei rund 60 Jahre alt, so dass die Arbeiten jetzt dringend notwendig seien.

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