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Klimawandel: Alle können etwas tun

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Momentan im Angebot bei „Immergrün“: unter anderem ziemlich große Kohlrabis, wie Mona Sandmann hier zeigt.
Momentan im Angebot bei „Immergrün“: unter anderem ziemlich große Kohlrabis, wie Mona Sandmann hier zeigt. © Beutnagel

Groß Escherde – Mit „Immergrün“ hat Mona Sandmann im Januar 2021 eine solidarische Ernteteilergemeinschaft gegründet (die LDZ berichtete). Hier wird alles unter den Mitgliedern der so genannten Solawi (solidarische Landwirtschaft) geteilt: Ernte, Kosten, aber auch die Risiken eines Ernteausfalls. „Unsere Landwirtschaft ist relativ klimaneutral bis sogar klimapositiv“, berichtet Sandmann. „Wir verzichten auf Zulieferer und ziehen unsere Pflanzen selbst an. Dabei wird auf eine Heizung verzichtet, die die Pflanzen schneller zum Wachsen bringen würde.“ So spart man an Heizkosten und Energie. „Slow agriculture“ heißt diese Art der Landwirtschaft – durch langsames Wachstum haben Obst und Gemüse Zeit, um Nähr- und Aromastoffe anzureichern. Auf Pestizide wird bei „Immergrün“ komplett verzichtet, denn: „Damit macht man sich das Bodenleben kaputt.“ Zudem gibt es hier nur saisonales Obst und Gemüse. „An das saisonale Kochen muss man die Mitglieder erst gewöhnen“, erzählt Sandmann. „Es gibt eben nicht immer alles. Dafür geben wir oft Rezepte mit und tauschen uns auch in einer gemeinsamen WhatsApp-Gruppe aus.“

Der vergangene Sommer ist im Vergleich zu anderen Sommern sehr nass gewesen. „Wir mussten nur etwa 5 000 Liter Wasser dazugießen auf unseren ungefähr 3 300 Quadratmetern“, erinnert sich die Inhaberin. „Das ist super wenig.“ Außerdem habe die Bodenkrume von der Nässe profitiert. Wenn diese zu trocken ist, wird sie rissig. „Für die Kartoffeln war das weniger gut“, berichtet Sandmann. „Durch die Feuchtigkeit sind viele Kartoffeln gefault.“

Auch für den Klimaschutz tut die Solawi etwas und hält 45 Hühner – alle der in Groß Escherde gehaltenen Arten stehen auf der „Roten Liste“. „Deshalb sind diese Arten besonders schützenswert“, erzählt die 30-Jährige. „Das sind keine Legehennen und legen deswegen auch nicht so viele Eier. Das ist also eher ein Service für die Mitglieder.“

„Jeder kann anfangen, saisonal und regional zu essen, um das Klima zu schützen“, ermutigt die Inhaberin. „Lebensmittel sind ein großes Feld und da hängt wirklich viel dran.“ Momentan zehre man bei „Immergrün“ noch von Lagergemüse wie Karotten oder Rettich, bis die neue Erntesaison beginnt. „Klimaschutz fängt immer bei einem selbst an und man kann sich immer fragen: ‚Was könnte ich noch tun?‘“, resümiert Sandmann. „Was Großmutter früher in ihrem kleinen Küchengarten gemacht hat, machen wir hier jetzt im größeren Maßstab.“

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