Carlota von Rössing steckt Energie in Dorfladen-Projekt / „R-nah“ etablieren

Kleinod dank Gemeinschaft

Carlota von Rössing, Geschäftsführerin des Dorfladens, räumt bei „R-nah“ auch mal dienstags und freitags die Regale mit ein. Auch weitere Helfer sind hierfür gerne gesehen. Foto: Hüsing

RÖSSING Der Dorfladen in Rössing wird gut angenommen. Das Sortiment ist um Tiernahrung und Schreibwaren erweitert worden. Auch die Unterstützung vieler Ehrenamtlicher ist der Geschäftsführerin Carlota von Rössing stets gewiss. Dennoch wünscht sie sich weniger Geläster und mehr konstruktive Kritik.

Im Mai 2014 öffnete „R-nah“, wie die Rössinger ihren Nahversorger tauften, seine Türen. Seitdem kommen viele Stammkunden, Neugierige und Interessierte aus der Region hindurch und tätigen tatsächlich ihren Wocheneinkauf. „Einige Kunden sieht man jeden Tag“, freut sich Carlota von Rössing, dass tatsächlich die ältere Bevölkerung, aber auch viele Kinder die Möglichkeit annehmen, sich vor Ort zu versorgen. „Die Senioren gewinnen so ihre Mobilität zurück und die Kinder lernen, ihr eigenes Geld zu verwalten“, so die Ortsbürgermeisterin.

Zudem sei der Laden ein Treffpunkt geworden. „Es war eine gute Entscheidung, einen längeren Tisch statt mehrere kleine Kaffeetische zu stellen“, sagt von Rössing. So säßen Menschen beieinander, die sich sonst eher selten begegnen, und beginnen ein Gespräch. Auch ein Gedankenaustausch über neue Ideen finde regelmäßig statt. Gerne gehen die Verantwortlichen des Dorfladens auf Wünsche der Kunden ein. Allerdings müsse sich die Sortimentserweiterung auch rentieren. „Wir können nicht einen Lieblingsjoghurt lagern, von dem wir dann eine halbe Palette wegschmeißen müssen“, nennt von Rössing ein Beispiel. Deshalb sei es unvermeidlich, dass auch die Kunden ihre Gewohnheiten an das Sortiment anpassen. „Ich kaufe eigentlich alles bei R-nah – außer Käse“, räumt sie ein, dass sie diesen gerne im Stück auf dem Markt einkaufe. Auch lokale und regionale Produkte wie Bier, Säfte, Senf und Honig finden sich im Angebot wieder, zudem eine Auswahl an frischen Backwaren.

Täglich ein bis zwei Stunden wendet Carlota von Rössing für die Führung des Dorfladens auf. Ob es das Schreiben oder Bezahlen von Rechnungen sei oder die Lösung von Problemen, immer mal wieder falle etwas Neues an. „Aber die Arbeit macht Spaß. Ich habe noch keinen Moment bereut, so viel Arbeit in das Projekt zu stecken. Wir haben uns ein richtiges Kleinod, das die Gemeinschaft fördert, geschaffen“, ist die Ortsbürgermeisterin optimistisch. Der finanzielle Rahmen bewege sich um die schwarze Null, weitere Kunden seien gerne gesehen.

Einen Wermutstropfen gibt es aber auch: So würden im Ort immer noch Negativstimmen laut. „Ich habe nichts dagegen, wenn jemand für sich entscheidet, nicht im Dorfladen einzukaufen. Aber ich verstehe die Motivation nicht, das Projekt anderen schlecht zu machen“, wünscht sich von Rössing lieber direkte Gespräche, um sich den möglichen Argumenten stellen zu können, als Geläster: „Für negative Propaganda habe ich wenig Verständnis.“

Versammlung

Die Anteilseigner haben am 16. Februar die Möglichkeit, bei der nicht-öffentlichen Treugeberversammlung um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Rössing einen Einblick in die Finanzen zu bekommen.

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