Mahlerter Ex-Ortsbürgermeister Hermann Hartmann wird am heutigen Montag 70 Jahre alt

„Keine Angst vor der Zukunft“

Als Ortsbürgermeister hat der Mahlerter Hermann Hartmann, der heute 70 Jahre alt wird, viele Jahre die Richtung im Dorf vorgegeben. Foto: Vogelbein

MAHLERTEN Wer an einem Montag Geburtstag hat, verschiebt die Feier gern auf das Wochenende. Nicht so Hermann Hartmann: „Ich habe heute Geburtstag, also feiere ich auch an diesem Tag.“ Der ehemalige Bürgermeister, leidenschaftliche Sozialdemokrat und gläubige Christ wird heute 70 Jahre alt. Anlass, um auf einen Großteil dieser Jahre zurückzublicken.

Solidarität ist das zentrale Thema seines Lebens, ausgelebt in der SPD und der Kirche. Wie bei so vielen Deutschen seiner Zeit, war auch für Hermann Hartmann ein Sozialdemokrat Vorbild und Inspiration zugleich: Willy Brandt. Dank seiner Ostpolitik war der Mahlerter schnell überzeugt vom ehemaligen Bundeskanzler und Europapolitiker. Als Brandt im Jahr 1994 als einer der ersten den südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela empfing, war Hartmann live dabei. „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ – dieser Satz von Willy Brandt hinterließ auch bei dem heute 70-jährigen Hartmann einen bleibenden Eindruck. Mehr als 20 Jahre war Hartmann Ortsbürgermeister in Mahlerten. „Ich bin ein Kind aus dem Dorf“, erklärt er heute seine Beliebtheit und die Tatsache, dass er mit einer überwältigenden Mehrheit sein Amt angetreten hatte. Dass er dieses im Jahr 2007 nicht fortsetzen wollte, sei eine „endgültige Entscheidung“ gewesen, war er doch auch der SPD-Gemeindeverbandsvorsitzende von Nordstemmen.

„Politik machen“

Das Gemeindehaus, in dem Hartmann heute gemeinsam mit seiner Familie, Freunden und Gästen seinen Geburtstag feiert, gehört genau so wie das Neubaugebiet zu Projekten, mit denen die Mahlerter den ehemaligen Bürgermeister eng verbinden. Visionen wie die Bürgerfragestunde bei Ortsratssitzungen und der unbedingte Wille, gemeinsam mit den Menschen Politik zu machen – das macht für Hartmann die Sozialdemokratie aus. „Man kann nichts für, nur mit den Menschen tun“, so seine einfache Formel. „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“, hat Helmut Schmidt einmal gesagt. Ein Satz, dem Hartmann nicht zustimmen will. Viel mehr wünscht er der SPD heute mehr Mut zu neuen Schritten. „Es ist die Hoffnung auf Veränderung, die die Sozialdemokratie erzeugt“, sagt der Ehemann, Vater und Großvater. Die Welt sei heute nicht anders, aber deutlich komplizierter. Visionen, so Hartmann, gingen heutzutage kaputt, bevor sie in Gang kommen. Deutschland sei ganz einfach kein Land der Revolution. Jemand wie Willy Brandt, den viele in einem Barack Obama wiedersehen, sei ein Charakter, der heute einfach nicht mehr funktioniere. Er wünscht sich von „seiner“ SPD, endlich deutlicher Flagge zu zeigen und in Bezug auf die Linkspartei klare Verhältnisse zu schaffen: „Solange das nicht geklärt ist, kann die SPD keine Richtung vorgeben.“

Bei der Gretchenfrage zeigt sich der ehemalige Jugendschöffe offen: „Gott ist eine Erfahrung, die befreit. Aber oft ist auch viel Dichtung dabei.“ Ganz nach dem Motto der Freiheit des Christenmenschen sei es nur wichtig, dass jeder Mensch die Hoffnung und Gewissheit darüber habe, angenommen zu sein. Oft habe Hartmann auch über Zukunft und Perspektiven nachgedacht. Über die Neustrukturierung der Ortschaften, die Zukunft der Schulen. Heute ist dem erfahrenen Sozialdemokraten klar: „Man sollte keine Angst vor der Zukunft haben. Sie kommt sowieso.“

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