St. Peter- und Paul-Kindergarten in Rössing besteht seit 20 Jahren / Integrationsgruppe und offenes Konzept

„Hier ist mein zweites Zuhause“

Gerne schaut Monika Körner den Kindern in der Bauecke über die Schulter und spielt mit. Der St. Peter- und Paul-Kindergarten folgt einem offenen Modell. Foto: Hüsing

RÖSSING Die Kinder sitzen in der Bauecke, spielen mit Puppen oder lauschen einer Geschichte: Im St. Peter- und Paul-Kindergarten in Rössing stehen die Türen auf. „In ihrem Zuhause müssen die Kinder auch nicht die ganze Zeit im Kinderzimmer bleiben, sondern können zwischendurch in die Küche oder ins Wohnzimmer gehen“, meint Monika Körner.

Die Leiterin des Kindergartens kann sich inzwischen gar nicht mehr vorstellen, in einer Einrichtung mit geschlossenen Türen zu arbeiten. Durch das Konzept der offenen Türen würde das Konfliktpotenzial reduziert. „Die Kinder können hingehen, wo sie möchten, dadurch müssen sie sich auch bewegen und entscheiden, was sie gerne machen möchten“, nennt Monika Körner aus ihrer Sicht einige Vorzüge des Modells. Dadurch arbeite die Einrichtung mit den Zwei- bis Sechsjährigen altersübergreifend. Seit August gibt es zudem eine Integrationsgruppe in Rössing, für die eine Heilpädagogin eingestellt wurde. „Die Kollegin und auch die Arbeit mit den Kindern sind für uns eine absolute Bereicherung“, findet Monika Körner. Die Kinder spielen miteinander, egal ob integrativ oder nicht, nehmen aber auch Rücksicht und lernen zu verstehen, dass Ausnahmen in Ordnung sind. Offiziell kann der St. Peter- und Paul-Kindergarten 64 Schützlinge aufnehmen, aber durch die Zweijährigen reduziert sich diese Zahl.

In diesem Jahr feiern die Rössinger das 20-jährige Bestehen ihrer Einrichtung. „Zuvor gab es in Rössing etwa 30 Jahre lang einen Spielkreis, in dem sich die Eltern und Kinder an ein paar Tagen für wenige Stunden getroffen haben“, erzählt Monika Körner. Doch vor 20 Jahren wurde dann der heutige Kindergarten auf dem Gelände des ehemaligen Pfarrgartens errichtet. „Unser Kindergarten liegt etwas abgelegen, aber dafür schön versteckt“, meint die Leiterin. Wachsame Nachbarn haben einen Blick auf das Gebäude und ein Nachbar übernimmt sogar das Rasenmähen. „Hier ist mein zweites Zuhause“, sagt Körner, die im Mai in Rente geht, und erzählt von ihrer „Insel der Glückseligkeit“, auf der alle Kollegen gut zusammenarbeiten. „Die Arbeitsbedingungen könnten für Erzieher im Allgemeinen besser sein“, appelliert Körner an die Politiker, sich um eine Verbesserung der Bedingungen zu bemühen. „Gute Erzieher zu finden, ist schwierig, oft hapert es an der Qualifizierung“, weiß Körner aus Erfahrung. Regelmäßig hat sie Praktikanten im Haus, die im Gegensatz zu den Schulpraktikanten nicht nur mitlaufen, sondern ausgebildet werden müssen: „Das bedeutet einen zusätzlichen Aufwand für die betreuenden Erzieher.“

In den 15 Jahren, die Monika Körner nun bereits in Rössing tätig ist, hat sich in ihren Augen viel getan. Regelmäßige Bewegungs- und Kreativangebote gehören ebenso zum Kindergartenalltag wie auch Ausflüge mit Bus und Bahn. „Insbesondere den Vorschulkindern verlangen wir eine Menge ab“, so die Leiterin.

Beim Neujahrsempfang des Ortsrates am Sonntag, 12. Januar, können sich Interessierte ab 14 Uhr in der Einrichtung umsehen.

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