Schloss Marienburg präsentiert Königskrone / Prince Michael of Kent zur Ausstellungseröffnung erwartet

Herzstück aus 14-karätigem Gold

Ralph Jarrett und Joana Heinemann vom Marketing Schloss Marienburg stellen sich den Fragen der Journalisten, während die Königskrone im Hintergrund noch verdeckt ist. Foto: Hüsing

NORDSTEMMEN Das Geheimnis ist gelüftet: Zum ersten Mal seit 148 Jahren wird die Königskrone der Welfen wieder auf hannoverschem Gebiet gezeigt. Anlässlich der Feier zu 300 Jahren Personalunion und 200 Jahre Königreich Hannover zeigt Schloss Marienburg ab 1. Mai eine Sonderausstellung, dessen Herzstück die nun enthüllte Königskrone Georg V. sein wird.

300 Jahre ist es her, da bestieg König Georg von Hannover den Thron des britischen Königreiches. Dieses Ereignis soll im Rahmen der Ausstellung „Der Weg zur Krone – Das Königreich Hannover und seine Herrscher“ auch auf Schloss Marienburg gefeiert werden. „Wir bieten eine Ergänzung zur Landesausstellung, die an einem authentischen Ort mit viel Charme gezeigt werden kann“, sagt Joana Heinemann, Marketingleitung Schloss Marienburg. Rund 70 Exponate werdem vom 1. Mai bis 9. November in neun Räumen des Obergeschosses gezeigt, die sonst der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Hierbei handelt es sich um den ursprünglichen Königinnenflügel, der nach dem Zweiten Weltkrieg auch von der Familie bewohnt wurde. „Der Charakter der Räume bleibt während der Ausstellung erhalten, lediglich der Originalholzfußboden wird mit Bodenplatten abgedeckt“, so Heinemann.

Zu den Exponaten zählen neben den königlichen Insignien (Königskrone, Brautkrone und Zepter) Uniformen der hannoverschen Herrscher, Welfenorden und eine Heiratserlaubnis für Marie und Georg V.

„In der Ausstellung werden auch ungewöhnliche Fakten und Anekdoten zum welfischen Königreich aufgegriffen, wie zum Beispiel der Mordanschlag auf Ernst August“, gibt Joana Heinemann weitere Details Preis.

Die Anfertigung der Königskrone wurde 1842 von König Ernst August in Auftrag gegeben. Anlass war die bevorstehende Vermählung des Kronprinzen Georgs mit Marie von Sachsen-Altenburg. Die Königs- und Brautkronen wurden als Bügelkronen mit acht Spangen aus 14-karätigem Gold gefertigt. Blüten-, Blatt- und Pflanzendarstellungen zieren die Krone ebenso wie Smaragde, Saphire und orientalische Granate. „Es handelt sich um Einzelstücke von unschätzbarem Wert. Bezahlt wurden für die Königskrone 5499 Taler, heute lässt sich allein der Materialwert mit etwa einer Million Euro schätzen“, so Heinemann. Getragen wurde die Königskrone nie, die Brautkrone zierte das Haupt Königin Maries während ihrer Hochzeitszeremonie.

„Die Königskrone gehört sicherlich hierher, ich freue mich auf die vielen fröhlichen Gesichter der Besucher“, sagt Ernst August Erbprinz von Hannover, während er das rote Tuch langsam von der noch verhüllten Königskrone zieht. Aufsetzen würde er die Krone nie –und anfassen sollte man sie nur mit entsprechenden Handschuhen, versichert er. Am 30. April wird ihm gemeinsam mit Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Prince Michael of Kent vom englischen Königshaus die Ehre zu Teil, die Ausstellung mit geladenen Gästen zu eröffnen. Auch in England hat der Erbprinz Werbung für die Ausstellung gemacht, unter anderem bei einer Messe in London, so dass auch von hier viele Gäste erwartet werden, um den angestrebten Besucherrekord von 200 000 zu erreichen. kim

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