Ortsheimatpfleger bereiten sich auf 40 Jahre Gemeinde Nordstemmen vor / Altes Ehrenamt wird mehr und mehr modern

Heimat wird zur Generationenfrage

Die Ortsheimatpfleger in der Gemeinde Nordstemmen bereiten sich auf die Gemeindefeier vor: Die gebildete Arbeitsgruppe soll auch über die Festivitäten hinaus bestehen bleiben. Foto: Vogelbein

NORDSTEMMEN In diesem Jahr feiert die Gemeinde Nordstemmen das 40-jährige Bestehen der Einheitsgemeinde. Zu diesem Zweck hat die Verwaltung für den 28. Juni einen großen „Tag der offenen Gemeinde“ ausgerufen und lädt Bürger und Besucher ein, Rathaus, Verwaltung und Einrichtungen genauer kennenzulernen. Auch die Ortsheimatpfleger sind aufgerufen, ihre Heimat zu präsentieren und treffen sich bereits regelmäßig zu Vorbereitungen. Die geschaffene Arbeitsgruppe soll auch über die Feierlichkeiten hinaus bestehen bleiben.

„Wie können die Ortsheimatpfleger die Feierlichkeiten zur Einheitsgemeinde unterstützen?“, stellte Fachbereichsleiter Claus Kollay eine einfache Frage in den Raum, denn für die Vorbereitungen der am 28. Juni geplanten Veranstaltungen kamen erneut acht Ortsheimatpfleger Nordstemmer Ortschaften der Gemeinde im Rathaussaal zusammen. Doch führte der Austausch der Ehrenamtlichen auch gleichzeitig zu einer Sinnesfrage: Was ist eigentlich die Heimatpflege? Überraschenderweise variiert die Ansicht darüber, welche Aufgabe ein Ortsheimatpfleger erfüllt, von Ort zu Ort und von Pfleger zu Pfleger. Einig sind sich jedoch alle bei einer Sache: Die Jugend soll wieder ein stärkeres Heimatgefühl erleben können. Doch was ist Heimat überhaupt?

Eine klare Antwort darauf können auch die anwesenden Ortsheimatpfleger aus Nordstemmen, Burgstemmen, Barnten, Rössing, Mahlerten, Heyersum, Klein Escherde und Groß Escherde nicht auf Anhieb finden. Der Wichtigkeit ihrer Arbeit tue dies aber keinen Abbruch: „Die Ortsheimatpflege ist nicht nur Historie, nicht nur Mittelalter und nicht nur die Dorfchronik“, betont Paloma Klages. Die Ortsheimatpflegerin von Groß Escherde ist seit einiger Zeit auch Kreisheimatpflegerin und sucht einen modernen Ansatz in ihrer ehrenamtlichen Arbeit. „Unsere Aufgabe muss es sein, Wissen zu vermitteln, das früher selbstverständlich war“, so Klages. Das fange bei den Milchkühen an und höre bei den heimischen Apfelsorten noch lange nicht auf. Ähnlich sieht das Helga Fredebold. Die Rössingerin ist seit vielen Jahren im Amt und hat sich in der Hauptsache mit der langen Geschichte der Ortschaft beschäftigt. Dennoch verdeutlicht sie: „Es ist eine moderne Arbeit“, und stimmt Paloma Klages auch in der Aussage zu, dass neben der Vergangenheit auch „das Heute bewertet werden muss“. Insbesondere die Einheitsgemeinde Nordstemmen lebe von der Vielfalt, die in den Ortsteilen gelebt wurde und wird, verdeutlicht Burgstemmens Ortsheimatpfleger Karl-Heinz Bertram, und gibt zu: „Ortsheimatpfleger sind auch ein Stück weit Individualisten.“ Doch sei es jetzt an der Zeit, auch über die neu geschaffene Arbeitsgruppe hinaus zusammenzuarbeiten und junge Menschen und moderne Zeiten anzusprechen. Gelingen könnte das beispielsweise am 28. Juni. Dort wollen die Ortsheimatpfleger ihre Orte und ihre Arbeit mit einer frisch zusammengestellten Fotoreportage und einem Fotoquiz vorstellen. Auch individuelle Ideen mit ortsspezifischen Themen sollen in den nächsten Wochen ausgearbeitet werden. In jedem Fall soll der Facettenreichtum der Gemeinde durch seine Ortschaften gezeigt und gleichzeitig für den erhalt der Ortsheimatpflege geworben werden.

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