Großfamilie hat sich mit rund 30 Wohnwagen am Freibad in Nordstemmen niedergelassen

„Gerade was dort mit dem Müll passiert, ist eine Katastrophe“

Seit 40 Jahren ist die Großfamilie als fahrendes Volk unterwegs. Ihr Wunsch sei, in Frieden zu leben. Allerdings fallen sie in Nordstemmen vor allem durch Ruhestörung und Verschmutzung auf.
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Seit 40 Jahren ist die Großfamilie als fahrendes Volk unterwegs. Ihr Wunsch sei, in Frieden zu leben. Allerdings fallen sie in Nordstemmen vor allem durch Ruhestörung und Verschmutzung auf.

Nordstemmen – Sie wollen in Frieden leben, haben Anfeindungen satt – so schilderte es Josef Jim, der Sprecher einer Großfamilie, die sich mit rund 30 Wohnwagen am Montagabend auf dem Parkplatz des Nordstemmer Freibades niedergelassen hat. Die meisten Familienmitglieder stammen aus Frankreich.

Bürgermeisterin Nicole Dombrowski ist verärgert: „Grundsätzlich haben wir nichts dagegen.“ Wohl aber sei der Weg ein anderer: Man hole sich eine Aufenthalts-Erlaubnis – und melde dann auch die Personenzahl an. „Gerade was dort mit dem Müll passiert, ist eine Katastrophe“, sagt die Verwaltungschefin, die sich bereits selbst einen Eindruck von dem hinterlassenen Müll verschafft hat. „Wie es da unten jetzt schon aussieht“, ärgert sie sich: „Da braucht sich die Familie auch nicht zu wundern, wie ihr begegnet wird.“

Weiterfahrt nicht möglich

Bleiben durfte die Familie auf dem Freibad-Parkplatz nicht. Allerdings hatte die Polizei bei einer Kontrolle festgestellt, dass die Kennzeichen mehrerer Fahrzeuge unzulässig waren. Die Weiterfahrt war deshalb nicht möglich. Schon am Mittwochnachmittag versicherte Josef Jim, dass es bereits einen Termin bei der Zulassungsstelle gebe. 

Viele Beschwerden

Viele Beschwerden gingen von Anwohnern des Freibades beim Ordnungsamt ein. Auch der Polizei wurde eine Ruhestörung gemeldet worden. „Wir kümmern uns“, betont die Bürgermeisterin am gestrigen Vormittag.  Wenig später dann die Erleichterung: Ein Großteil der Fahrzeuge ist schon mittags abgereist. „Der Druck hat gewirkt“, sagte Nicole Dombrowski. Eindringliche, aber vernünftige Gespräche seien erfolgt, die offenbar dazu geführt haben, dass die Familie nach und nach ihre Zelte abbricht. 

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