Sobera-Verein als Mitglied im Wohlfahrtsverband „Der Paritätische“ aufgenommen / Hilfeleistungen für Familien

„Gestärkt in Verhandlungen treten“

Günter Netenjakob, Kassierer von Sobera, Geschäftsführerin Kornelia Netenjakob und Vorsitzender Peter Lörchner (v.l.) nehmen von Bernd Göddertz und Elisabeth Fokken des Wohlfahrtsverbandes „Der Paritätische“ eine Mitglieds-Plakette entgegen. Foto: Hüsing

NORDSTEMMEN Gemeinsam mehr bewegen als alleine – dieser Grundsatz gilt auch für viele Vereine, die sich einem Wohlfahrtsverband anschließen. „So kann man gestärkt in Verhandlungen treten“, sagt Kornelia Netenjakob, die es freut, dass der Verein Sobera aus Nordstemmen jetzt Mitglied im „Paritätischen“ ist.

Sobera besteht bereits seit 2003, doch nicht allen Nordstemmern ist der Verein ein Begriff. „Der Auslöser für die Vereinsgründung war der Bedarf in Nordstemmen im Bereich Beratungen“, sagt Kornelia Netenjakob, die die Geschäftsführung des Vereins inne hat und als Teilzeitkraft arbeitet. „Ich bin gelernte Erzieherin und Sozialpädagogin und in den vergangenen Jahren vor allem in der Gemeinwesenarbeit tätig“, beschreibt sie sich selbst.

Sobera fungiert als Beratungsstelle im ländlichen Raum und deckt somit viele Themen und Bereiche des Lebens ab. „In den Anfängen haben wir vor allem Kindern bei Schulschwierigkeiten geholfen“, nennt Netenjakob einen Aspekt ihrer vielfältigen, sozialen Arbeit. Kinder und Jugendliche ab der dritten Klasse nehmen beispielsweise Lernhilfen bei ihr und ihren ehrenamtlichen Helfern in Anspruch. Doch auch die soziale Gruppenarbeit spielt eine wesentliche Rolle, zu der auch die Werkstattgruppe zählt, die regelmäßig Papierboote für die Regatta der DLRG baut. „Im Fall der Lern- und Erziehungshilfen werden wir vom Jugendamt beauftragt, oder Schulen und Eltern treten persönlich an uns heran“, schildert Kornelia Netenjakob, wie die Klienten an Sobera herankommen.

Auch rechtliche Betreuung wird angeboten. Personen des Vereins Sobera übernehmen nach Gerichtsbeschluss die Betreuung von Menschen, die sich rechtlich nicht selbst vertreten können. Der Tätigkeitsbereich erstreckt sich über die so genannte Region West: Nordstemmen, Gronau und Elze.

Im Wohlfahrtsverband „Der Paritätische“ sind viele kleine Vereine wie unter einem Dachverband versammelt, um gemeinsam für ihre Belange kämpfen zu können. „Voraussetzung, um im Paritätischen aufgenommen zu werden, sind in erster Linie die Gemeinnützigkeit und die Kompatibilität des Vereins mit dem Grundgesetz“, sagt Elisabeth Fokken, Geschäftsführerin des Kreisverbands Hildesheim-Alfeld des „Paritätischen“. „Wir legen Wert auf Überparteilichkeit und Überkonfessionalität“, ergänzt Bernd Göddertz, ehrenamtlicher Beiratsvorsitzender: „Wir bieten eine bunte Vielfalt, in der alle zu Wort kommen sollen.“

Nun ist auch der Nordstemmer Verein Sobera, der zehn Mitglieder sowie ehrenamtliche Helfer umfasst, Teil des Wohlfahrtverbandes. „Ich habe einen Antrag auf Aufnahme gestellt, der im Juni bewilligt wurde“, freut sich Kornelia Netenjakob über die „Rückendeckung“.

Sobera bietet Hilfeleistungen für Menschen, die sonst kein Sprachrohr haben. Häufig müssen für die Leistungen Verhandlungen mit dem Staat geführt werden, das heißt mit der örtlichen Kommune oder dem Landkreis. Hierbei kann „der Paritätische“ unterstützend zur Seite stehen. „Es gibt Arbeitsgruppen beziehungsweise Fachbereiche, die zweimal im Jahr tagen. In einer Kreisarbeitsgemeinschaft treffen sich zudem alle Wohlfahrtsverbände regelmäßig, um Belange der Mitgliedsvereine zu vertreten, die den Landkreis betreffen“, erklärt Elisabeth Fokken. „Der Paritätische kann fachliche Unterstützung und Organisationsstrukturen bieten“, so Bernd Göddertz, Geschäftsführer der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste in Rente.

Sobera ist in Nordstemmen auch Mitglied des Präventionsrates, pflegt eine Kooperation mit dem Mehrgenerationenverein Komm und bringt sich beim Gemeindejugendring ein. „Die Kinder und Jugendlichen sind im Fokus der Arbeit, aber eigentlich arbeitet man in vielen Fällen mit der Familie“, erklärt Kornelia Netenjakob. Auch Migrantenfamilien verschiedener Nationalitäten gehören zu denjenigen, die das Angebot in Nordstemmen wahrnehmen.

„Sobera besteht seit elf Jahren. Das zeigt ein solides Fundament und einen Bedarf an der Arbeit des Vereins vor Ort“, überreicht Bernd Göddertz an den Sobera-Vorsitzenden, Peter Lörchner, eine Mitglieds-Plakette des „Paritätischen“.

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