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„Gemeinden stabilisieren“

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Die CDU-Fraktionsvorsitzenden, Cornelia Nagel und Klaus Knoke, führen die Gespräche zum Thema Fusion „auf Augenhöhe“. Foto: Hüsing
Die CDU-Fraktionsvorsitzenden, Cornelia Nagel und Klaus Knoke, führen die Gespräche zum Thema Fusion „auf Augenhöhe“. Foto: Hüsing

NORDSTEMMEN / ELZE Eine Begegnung auf Augenhöhe: Darum ging es bei einem Treffen der CDU-Fraktionen aus Nordstemmen und Elze. Moderiert von Cornelia Nagel tauschten die Mitglieder im Nordstemmer Rathaus erste Ideen und Gedanken zu einer möglichen Fusion beider Kommunen aus.

„Zwei Fraktionen, ein Gedanke“, beschreibt Cornelia Nagel, Vorsitzende der CDU-Fraktion der Gemeinde Nordstemmen, wie es zu dem Treffen gekommen ist. Fast gleichzeitig griffen die beiden Fraktionsvorsitzenden zum Telefon. „Klaus Knoke aus Elze ist mir einen Schritt zuvorgekommen“, so Nagel. Bei dem Treffen ging es darum, sich erst einmal gegenseitig kennenzulernen. „Wir haben unsere Vorstellungen ausgetauscht und konnten hören, ob sich die der Nordstemmer mit unseren Nachbarn aus Elze decken oder ob sie grundverschieden sind“, beschreibt Cornelia Nagel das Zusammentreffen.

Zunächst hätten die beiden Bürgermeister ihre Kommunen im positiven Sinne dargestellt – Rolf Pfeiffer die Stadt Elze und Norbert Pallentin die Gemeinde Nordstemmen. „Die Bürgermeister stehen untereinander in Kontakt und haben sich verwaltungstechnisch bereits ausgetauscht, da war es sehr interessant, die Sache aus ihrer Sicht zu sehen“, erzählt Cornelia Nagel. Und auch ihr Gegenüber aus Elze, Klaus Knoke, kann da nur zustimmen: „Es war ein offener Dialog.“

Einen Vorteil, den die CDU-Fraktionen bei einer möglichen Fusion der Stadt Elze mit der Gemeinde Nordstemmen sehen, ist, dass es sich bei beiden Kommunen um Einheitsgemeinden handelt. Dies wäre eine Grundvoraussetzung für eine Fusion. Allerdings unterscheiden sich die Einheitsgemeinden darin, dass in Nordstemmen Ortsräte eingesetzt sind, in Elze aber lediglich Ortsvorsteher als Ansprechpartner für ihr Dorf fungieren. „Dies wäre ein möglicher Verhandlungspunkt. Entweder würde man überall Ortsräte einsetzen, wenn eine Gemeinde das wünscht, oder eine Gleichschaltung in diesem Punkt ist vielleicht gar nicht notwendig“, überlegt Cornelia Nagel.

Dass überhaupt das Gespräch gesucht würde, um über das Thema Fusion zu sprechen, liege im demografischen Wandel begründet: „Elze hat 2030 laut Prognose nur noch 7 000 Einwohner und Nordstemmen 10 000. Zurzeit können beide Kommunen allein bleiben, aber wenn man an die Zukunft denkt, liegt ein Zusammenschluss nahe“, erklärt Klaus Knoke die Beweggründe seiner CDU-Fraktion.

Zwar würden auch Gespräche mit anderen Kommunen geführt, in erster Linie von den Bürgermeistern, aber zwischen Nordstemmen und Elze sehen die Vorsitzenden ihrer Fraktionen die meisten Berührungspunkte. „Ich habe viel Kontakt zu den Bürgern aus beiden Kommunen, auch durch die Schulzeit, und viele könnten sich eine Fusion gut vorstellen“, meint Knoke. Man wolle dies aber nicht „übers Knie brechen“, sondern die Zeit nutzen, um sich anzunähern. Einen weiteren Vorteil sehen die CDU-Fraktionen darin, dass beide Bürgermeister 2018/19 neu gewählt werden, also keine künstliche Verlängerung einer Amszeit notwendig würde. Synergieffekte wären zudem beim Bauhof, Standesamt, der Tagespflege und bei Steuerstellen, das heißt der EDV, denkbar. „Hier gebe es Potenzial für erhebliche finanzielle Einsparungen“, so Knoke. Wichtig sei ihnen jedoch, die Bürger mitzunehmen. „Ich spreche nicht von einem Volksentscheid, sondern über regelmäßige Informationen“, ergänzt Cornelia Nagel. Außerdem solle der Bürger von der Fusion so wenig wie möglich merken, in dem jeweils vor Ort ein Bürgerbüro bestehen bliebe.

Immer wieder hätten Mitglieder beider Fraktionen bei dem Treffen nachgefragt, welche Nachteile eine Fusion denn hätte. Die Anwesenden konnten jedoch keine benennen. „Beide Kommunen hätten Freibäder, die in den nächsten Jahren saniert und modernisiert werden sollen, aber hierbei handelt es sich um freiwillige Leistungen der Kommune, um die Attraktivität zu steigern“, hält Cornelia Nagel fest. „Wir haben uns nicht getroffen, um zu sehen, was wir brauchen und was wir streichen können. Es geht vielmehr darum, im Gespräch zu bleiben“, sind sich die CDU-Fraktionsvorsitzenden einig: „Wir wollen die Gemeinden nachhaltig stabilisieren.“ Dies sei insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Fusion der Landkreise Hildesheim und Peine wichtig: „Wir geraten sonst in westliche Grenzlage und haben nur noch sehr wenig Mitspracherecht.“ Auch schulisch und kulturell sowie im Hinblick auf die gewerbliche Situation sei ein Zusammenschluss „hoch interessant“. „Aus CDU-Sicht könnten wir den Fusionsschritt 2018/19 vollziehen“, freut sich Klaus Knoke auf die nächsten Arbeitsgespräche, die demnächst auch überparteilich angedacht sind.

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