Feuerwehren proben Ernstfall am Reiterhof Burgstemmen

Neues ELW-Konzept wird trainiert

Einsatzleitung am Feuerwehrgerätehaus Burgstemmen
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Unabhängig vom Geschehen am Übungsobjekt lässt die Einsatzleistung fiktiv weitere Feuerwehr-Einheiten nachfordern und spielt deren Einsatz durch. Einsatzleiter ist Michael Klein (2.v.l.).

Burgstemmen – Um 19.15 Uhr heulten am Freitag die Sirenen in Burgstemmen, Nordstemmen und Mahlerten. Wenige Minuten später trafen die ersten Feuerwehrfahrzeuge am Reiterhof an der Thiestraße in Burgstemmen ein. Hier wurde der Ernstfall geprobt: Ein Brand im Reitstall mit sechs Vermissten. 

30 Pferde stehen üblicherweise in den Boxen. „Bei einem echten Einsatz hätten wir die Riegel geöffnet, so dass die Tiere selbst herausgelaufen wären“, erläuterte Einsatzleiter Michael Klein, Ortsbrandmeister in Burgstemmen. 
Um die Übung nicht aus dem Ruder laufen zu lassen, wurden die Tiere zuvor von der Eigentümerin des Hofes und Reitschülerinnen auf eine angrenzende Koppel gebracht. Sie waren auch vor Ort, um die Tiere, wenn sie in Stress geraten wären, zu beruhigen und zu betreuen. Doch die betrachteten das ungewohnte Geschehen mit Gelassenheit. „Mir ist es wichtig, dass die Feuerwehr hier üben kann“, erklärte Mandy Hoffmann, Eigentümerin und Reitsport-Trainerin. Schließlich sollen Mensch und Tier schnell gerettet werden. Und da müssen die Abläufe geübt werden. 
Mehrere Atemschutzgeräteträger machten sich auf den Weg in das Gebäude und durchsuchten Box für Box. Und siehe da: Ein Pferd befand sich noch in dem Stall. Pony Krümel wunderte sich über den abendlichen Besuch von komisch aussehenden Menschen und suchte schnell das Weite. Vor dem Tor wartete bereits Mandy Hoffmann und nahm „Krümel“ in Empfang. Wenig später waren auch alle Vermissten gefunden. „Die Atemschutzgeräteträger waren mit einer Wärmebildkamera unterwegs, um bei Nullsicht die Vermissten schnell zu finden. Drei Puppen hatten wir in das Gebäude gelegt, die haben natürlich keine Wärme, sodass es etwas länger gedauert hat, sie ausfindig zu machen“, so Michael Klein. 
Als Problem hat sich der digitale Einsatzstellenfunk herausgestellt, der brach teilweise zusammen. So wurde kurzerhand ein Verstärker (Repeater) installiert, sodass die Verständigung wieder funktionierte. Bis dahin wurden klassisch Melder eingesetzt, die zwischen Einsatzstelle und Einsatzleitung pendelten. 
Bei der Einsatzleitung gab es eine Premiere. Zum ersten Mal wurde hier das neue Einsatzleitwagen (ELW)-Konzept trainiert. So stehen unter anderem grafische Hilfsmittel zur Verfügung und es muss nach einem neuen Erkundungsschema gehandelt werden. „In Nordstemmen wurde das schon geübt. Jetzt kommt es nach und nach in allen Ortswehren an“, erklärte Patrick Eisfelder, stellvertretender Gemeindebrandmeister und bei der Übung als Chef der Einsatzleitung in Funktion – der Einsatzleiter hat wiederum die Gesamtverantwortung. Am ELW wurde unabhängig vom Geschehen am Reitstall das weitere Vorgehen bei solch einer Situation fiktiv durchgespielt. So wurde die Brandstufe erhöht. Dann wären zwei weitere Löschzüge angefordert worden, ebenso ein Drehleiterwagen sowie der Schlauchwagen 2000 aus Elze, um die Löschwasserversorgung von der Leine aus zu gewährleisten. „Die Versorgung über Hydranten hätte nicht ausgereicht“, sagte Michael Klein. Um 21 Uhr wurde die Übung beendet, die Pferde wurden wieder in ihre Boxen gebracht und die Fahrzeuge kehrten in die Standorte zurück. Im Einsatz waren 45 Brandschützer aus den drei Wehren mit sieben Fahrzeugen, zusätzlich der Gerätewagen Atemschutz der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) aus Groß Düngen.  gre

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