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Enthüllung beim „Steigermarsch“

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Roland Schlichting, Peter Winkler und Jürgen Binnewies (von links) bereiten den Festakt zur Enthüllung der Namenstafeln am Sonnabend vor. Fotos: Hüsing
Roland Schlichting, Peter Winkler und Jürgen Binnewies (von links) bereiten den Festakt zur Enthüllung der Namenstafeln am Sonnabend vor. Fotos: Hüsing

RÖSSING Zwei Jahre hat es gedauert, am Sonnabend, 6. September, ist es jetzt soweit: Die Namenstafeln der Gefallenen, Kriegsopfer und Vertriebenen des Zweiten Weltkrieges werden am Ehrenmal in Rössing enthüllt. Für den Festakt haben die Organisatoren Roland Schlichting, Peter Winkler und Jürgen Binnewies ein unfangreiches Programm ausgearbeitet, um einen gebührenden Rahmen zu schaffen.

„Wir erwarten etwa 100 Gäste“, erzählt Peter Winkler, dass die Angehörigen der aufgeführten Namensträger alle per Brief eingeladen wurden: „Sie nehmen zum Teil eine längere Anreise in Kauf, um dabei sein zu können.“ Träger des Projekts Namenstafeln sind die Kyffhäuserkameradschaft und die Dorfpflege Rössing. Auch die handwerklichen Arbeiten am Ehrenmal in der Karlstraße wurden alle von den freiwilligen Helfern vorgenommen.

„Wir hatten ursprünglich die Idee, Granitplatten zu verwenden. Das hätte aber rund 30 000 Euro gekostet“, ist auch Jürgen Binnewies, Mitglied in den beiden Vereinen und Kirchenvorstandsmitglied, erleichtert, dass eine andere Lösung gefunden wurde. Architekt Klaus-Peter Hiersemann aus Rössing hatte sich angeboten, Platten aus Edelstahl anfertigen zu lassen. „Die Namen werden ausgestanzt und die Platten blau hinterlegt, so dass die Namen auch noch aus vier Metern Entfernung zu lesen sind“, ergänzt Peter Winkler, Vorsitzender der Dorfpflege.

Das Ehrenmal in der Karlstraße besteht aus Sandstein. Auf der einen Seite sind die Gefallenen des Ersten Weltkrieges eingemeißelt, auf der anderen Die Gefallenen der Kriege 1860 und 1870/71. 1968 wurde am Ehrenmal zusätzlich eine Mauer mit Verblendsteinen errichtet, an denen nach den ursprünglichen Plänen sechs Tafeln mit den Namen der Opfer des Zweiten Weltkrieges angebracht werden sollten. „Dies ist aber vermutlich aus Kostengründen nicht umgesetzt worden“, sagt Peter Winkler. Stattdessen wurde in der Mitte der Mauer eine Bronzetafel mit der Inschrift „1939 bis 1945, Den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft, Euer Opfer – unsere Verpflichtung, Frieden“ eingelassen.

162 Namen

Nun haben sich die Kyffhäuserkameradschaft und die Dorfpflege darum bemüht, die Namen der Gefallenen, der Opfer in Kriegsgefangenschaft, in Internierungslagern, bei Bombenabwürfen oder auch die der bei der Flucht Gestorbenen herauszufinden. 162 Namen sind so zusammengekommen, die auf fünf Edelstahltafeln stehen werden.

„Wir bringen in dieser Woche die Tafeln an und verhängen sie erst einmal mit Deutschlandfahnen“, kommt auf Roland Schlichting und sein Team von der Kyffhäuserkamerdschaft noch etwas Arbeit zu. Doch bis Sonnabend muss alles fertig sein. Um 15 Uhr beginnt die Feierstunde, die musikalisch vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Rössing gestaltet wird. „Der Musikzug spielt unentgeltlich, das ist ihr Beitrag zum Projekt“, sagt Peter Winkler. Auch viele andere Vereine, der Ortsrat, der Kulturkreis sowie zahlreiche private Spender haben die Umsetzung des Projekts, die etwa 8 000 Euro gekostet hat, möglich gemacht.

Zum Abschluss des Projekts ist jetzt also am Sonnabend, 6. September, die Enthüllung der Tafeln geplant. Zum Gelingen des Festaktes tragen neben den Organisatoren auch Jugendliche aus dem Ort bei. Sven Husmann, Greta Satow, Aaron Keuntje und Nike Mazur lesen aus Briefen von Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg. Außerdem wird es Grußworte durch die politischen Vertreter der Gemeinde und Abgeordneten geben. Die Festansprache hält Prof. em. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer, der am Historische Seminar der Universität Hannover gelehrt und geforscht hat, unter anderem über das Leben im Calenberger Land. „Wir wollten für die Ansprache keinen Politiker, sondern lieber einen neutralen Wissenschaftler. Und Professor Hauptmeyer war bereits beim 2 000-jährigen Bestehen des Dorfes zu Besuch“, begründet Peter Winkler die Auswahl.

Kranzniederlegung

Nachdem die Nationalhymne verklungen ist, haben Angehörige die Möglichkeit, Gestecke oder Blumengebinde am Ehrenmal niederzulegen. Parallel läuft ein Spruchband mit den Namen und dem Alter der Opfer. Im Anschluss an die Feierstunde am Ehrenmal, die um 15 Uhr beginnt, gibt es einen kleinen Empfang im Dorfgemeinschaftshaus in der Kirchstraße. Die Landfrauen und die Damen der Kyffhäuserkameradschaft bereiten einen Imbiss vor.

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