Düngemittelverordnung: Die Nordstemmer Grünen beziehen Stellung

„Typische Bauernlügen"

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Eva Pletz und Günter Netenjakob sprechen über die Düngemittelverordnung, die aus ihrer Sicht erst einmal nur „ein Schritt in die richtige Richtung“ sein kann.

Nordstemmen – Landwirt Jens Pape hatte sich kritisch zur neuen Düngemittelverordnung geäußert. Die Grünen ärgern sich laut Eva Pletz regelrecht über „diese falschen Behauptungen“. Die Vorsitzende des Gemeindeverbands der Nordstemmer Grünen bezeichnet die Aussagen gar als „drei typische Bauernlügen“.

„20 Prozent weniger Dünger bedeutet nicht 20 Prozent weniger Ertrag“, ärgert sich Eva Pletz über die Aussagen des Nordstemmer Landwirts. Denn: Mais benötige etwa 150 Kilogramm Stickstoff pro Hektar, beispielsweise in Form von Gülle. „Viele Landwirte aber überdüngen den Mais, um Gärreste aus Biogasanlagen oder die Gülle aus Viehhaltung zu entsorgen“, so die Kommunalpolitikerin. Die Folge: Das Nitrat, das der Mais nicht aufnehmen kann, gelange ins Trinkwasser. „Ab 50 Milligramm Nitrat pro Liter kann es nicht mehr verwendet werden“, warnt Eva Pletz. Laut neuer Düngemittelverordnung soll in bedrohten Trinkwassergebieten die Düngung um 20 Prozent verringert werden. „Daraufhin hat das Landschaftsministerium auf Druck der Agrar-Lobby den Nährstoffbedarf für Mais auf 200 Kilogramm pro Hektar schöngerechnet“, bedauert sie. Wird dieser Bedarf um 20 Prozent reduziert, wie es die Verordnung vorsieht, sei der Mais mit 160 Kilogramm pro Hektar noch immer überdüngt. Daher sehen die Grünen die Düngemittelverordnung grundsätzlich kritisch.

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