Projekt „Neues Geläut“ für St. Johannis gestartet

NORDSTEMMEN  Erst Ende Oktober ist in der St. Johannis-Kirche Nordstemmen das 500-jährige Jubiläum der beiden kleinen Uhrglocken gefeiert worden, und nun wird dieses Thema die Gemeinde erneut bedeutend begleiten. Denn im Turm befinden sich noch drei weitere Glocken, die Geläutglocken, die allerdings bei Weitem nicht so lange dort hängen werden wie ihre beiden älteren Schwestern.

Die drei eisernen Glocken sind um einiges größer – aber auch um einiges weniger belastbar. Aufgehängt wurden sie am 22. August 1948, nachdem ihre Vorgängerinnen 1942, also mitten in der Kriegszeit, ausgebaut worden waren, um sie einzuschmelzen und aus dem Material Granaten herzustellen. Die „neuen“ Glocken bestehen allerdings nicht wieder aus Bronze, da dieses in der Nachkriegszeit nur schwer zu beschaffen war. Der eiserne „Preciosa Klangguß“ ist nur auf eine deutlich kürzere Lebenszeit ausgelegt – und die ist mittlerweile erreicht. „Wir können nicht sagen, wie lange die Glocken halten. Sie können morgen springen oder noch zehn Jahre halten – das weiß man nicht“, beschreibt Heinz Ebeling, der lange als Kirchenvorsteher aktiv war und genau über die Kirche und ihre Geschichte Bescheid weiß, die Umstände. Deshalb habe die Kirchengemeinde nun begonnen, sich um die Beschaffung neuer Glocken zu kümmern. Die ist jedoch nicht nur mit einem großen organisatorischen, sondern auch finanziellen Aufwand verbunden, je nach aktuellem Materialpreis werden die Kosten auf 180 000 bis 200 000 Euro geschätzt. Um dieses Geld zusammenzubekommen, wurde nun ein „Glockenfond“ für das Projekt „Neues Geläut“ eingerichtet, der der Sammlung aller Spenden, Kollekten, Vermächtnisse und anderer Zuwendungen dient. Der Kirchenvorstand macht darauf aufmerksam, dass jeder gespendete Euro hilfreich sein kann und irgendwann zum Ziel führt. „Mit drei bis vier Jahren müssen wir schon rechnen. Es sei denn, es kommen überraschende Großspenden hinzu“, schätzt Heinz Ebeling, der aber keine richtige Frist setzen möchte. Eine Sammlung dieser Größenordnung dauere nun mal ihre Zeit. „Das wird ein Dauerthema in der Gemeinde, und wir sind ganz am Anfang der Aktion“, so Ebeling. Für das Gießen der neuen drei Glocken stehe glücklicherweise genügend Bronze zur Verfügung. Während das Geläut der Eisenglocken derzeit keinen harmonischen Klang zu dem der kleinen Bronzeglocken bildet, soll genau das mit dem neuen Klangtrio geändert werden: „Die neuen Glocken werden so gestimmt, dass sie zu den alten passen. Dann können wir diese ins Geläut integrieren und endlich eine Fünfstimmigkeit einführen“, betont Heinz Ebeling, dass sich die Nordstemmer bald auf ein volleres Geläut freuen dürfen. Bis dahin gelte jedoch, abzuwarten, Spenden zu sammeln und möglichst bald das nötige Geld zusammenzuhaben.

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