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Wo darf der Hund von der Leine?

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Ohne Leine einmal tollen, toben und die Gegend erkunden: Hundehalter in Nordstemmen sehen nur wenig Möglichkeiten im Ortsgebiet, ihre Lieblinge einmal von der Leine zu lassen. Sie wünschen sich daher eine Freilauffläche. Foto: Iris Rämisch
Ohne Leine einmal tollen, toben und die Gegend erkunden: Hundehalter in Nordstemmen sehen nur wenig Möglichkeiten im Ortsgebiet, ihre Lieblinge einmal von der Leine zu lassen. Sie wünschen sich daher eine Freilauffläche. Foto: Iris Rämisch

NORDSTEMMEN  Wo in Nordstemmen kann des Menschen bester Freund ohne Leine ungefährdet toben, springen und ungestört den Kontakt zu Artgenossen suchen? Diese Frage stellen sich Iris Rämisch und zahlreiche weitere Hundehalter. Sie sehen kaum Möglichkeiten, ihren Lieblingen Auslauf zu gewähren – und wenden sich daher mit dem Wunsch nach Freilaufflächen an die Gemeinde und die lokale Politik.

„Die Flächen innerhalb des Ortes, die früher als Hundeauslauf genutzt werden konnten, sind im Laufe der Zeit immer weniger geworden“, sagt Iris Rämisch. Bebauung, kreuzende Straßen oder neue Nutzungen der Flächen machen es ihrer Erfahrung nach Hundehaltern zunehmend schwer, fußläufig Areale zu erreichen, wo Hunde von der Leine können. Gleichzeitig, so die engagierte Hundehalterin, habe die Zahl an Hundehaltern und der Vierbeiner in Nordstemmen zugenommen. „Aber nicht alle Hundehalter haben ein Auto, um mit den Tieren rauszufahren“, sieht Rämisch ein gravierendes Problem gegeben. Nicht weniger problematisch: Während der sogenannten Brut- und Setzzeit von April bis Mitte Juni ist jeder Hundebesitzer dazu verpflichtet, seinen Hund auch in der freien Landschaft an der Leine zu führen.

Dementsprechend berichtet Rämisch von dem Wunsch zahlreicher Hundehalter, nach einer eingezäunten Hundespielwiese. „Es geht uns um eine geeignete Wiese, die groß genug für mehrere Hunde und fußläufig zu erreichen ist und wo Dank einer Einzäunung die Hunde auch während der Brut- und Setzzeit tollen und toben können. Selbstverständlich sollen dort keine Anwohner gestört werden“, fasst Rämisch zusammen.

Mit der Bitte, eine geeignete Fläche zu finden und einzurichten hat sich Rämisch, unterstützt von rund 30 Hundehaltern und -Freunden, an die Gemeinde gewandt. „Wir haben auch ein paar Vorschläge von möglicherweise geeigneten Flächen gemacht“, sagt Rämisch und nennt Flächen der bereits eingezäunten Wasserüberlaufbecken, nicht genutzte Spielplätze und eine Wiese hinter der Skateranlage als Beispiele. Doch Rämisch weiß nach ersten Rückmeldungen, dass die Suche nicht ganz einfach sei. „Einige der von uns vorgeschlagenen Flächen sind wohl in Privatbesitz. Und der nicht genutzte Spielplatz könnte irgendwann wieder aktiviert werden, damit dort junge Familien ansässig werden.“ Dennoch hat sie das Gefühl, dass sie mit dem Anliegen bei der Gemeinde „auf offene Ohren“ gestoßen sei.

Immerhin, so argumentiert sie weiter, würde eine Freilauffläche zum besseren und entspannteren Zusammenleben von Hundehalten und Nicht-Hundehaltern führen. Und auch in Sachen Pflege der Freilauffläche sehe sie die Möglichkeit, dass sich die Hundehalter einbringen. „Da gilt es ja den Rasen zu mähen und sich um die Mülleimer zu kümmern.“ Und so hoffen Rämisch und einige Hundehalter mehr, dass die aktiven Vierbeiner bald ortsnah und ohne Leine freien Auslauf haben dürfen. Zumal: „Die Hundesteuer ist ein schöner Einnahme-Posten. Es wäre doch schön, wenn zumindest ein Teil dessen, auch für Belange der Hunde genutzt wird“, so Rämisch.

Der Ball liegt nun bei der Kommunalpolitik. So haben zunächst die Mitglieder des Fachausschusses Planung, Bau, Umwelt und Feuerschutz am Donnerstag unter anderem den Antrag von Rämisch und Co. sowie die Einschätzung und Empfehlung der Verwaltung auf dem Tisch. So viel vorweg: Eine „übermäßige Dringlichkeit für eine umzäunte Hundefreifläche“ wird seitens der Verwaltung nicht gesehen, so zumindest der Wortlaut in der Beschlussvorlage. Die Suche nach einem Standort innerorts für eine Hundefreilauffläche erweise sich demnach als schwierig.

Als Alternative könnte ein Bereich als „anleinfreie Zone“ ausgewiesen werden, in dem die Hundehalter auch innerhalb der Brut- und Setzzeit ihre Hunde frei laufen lassen können. „Ob eine Gemeinde, die keinen ganzjährigen Leinenzwang verordnet hat, eine Hundefreilauffläche ausweist, bleibt eine politische Entscheidung“, heißt es weiter. Iris Rämisch und andere Hundehalter in Nordstemmen werden diese Entscheidung sicher aufmerksam verfolgen.

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