Sternsinger gehen in Nordstemmen von Tür zu Tür / Spenden für Kinder von den Philippinen / Mehr Mitstreiter gewünscht

Auftritt bringt Segen für das ganze Jahr

Melanie Schultz und Katharina Sommer (hinten), Ronja, Hannah, Romy, Silja und Hannah (von links) sind in einer gemeinsamen Sternsinger-Gruppe unterwegs. Sie sammeln Spenden für die Kinder von den Philippinen. Fotos: Fritzsche

NORDSTEMMEN Bevor die Sternsinger-Gruppe um Katharina Sommer und Melanie Schultz am Neujahrstag ihre 44 Haushalte umfassende Tour in Angriff nahm, stand eine letzte Generalprobe des neuen fünfköpfigen Teams auf dem Programm.

Zuvor aber musste erst die goldene Pappkrone von der siebenjährigen Ronja noch einmal etwas nachgestellt werden. Draußen wehte ein ordentlicher Wind und die Krone wollte sich einfach nicht über die Mütze ziehen lassen. Ein letzter Blick auf die aus alten Gardinen selbstgenähten Umhänge der „Heiligen Drei Könige“, die Spendenbox in die Hand genommen und an der eigenen Haustür von Familie Sommer, hinter der sich die Sternsinger-Kinder Ronja, Silja, Romy, Hannah und Hannah Minuten zuvor getroffen hatten, wurde geklingelt, um ein letztes Mal das zu proben, um das es die nächsten zwei Tage gehen sollte.

„Ein frohes neues Jahr“, wünschten die Mädchen, die sich sodann als Sternsinger vorstellten und bekanntgaben, dass ihre Sammlung in diesem Jahr den Kindern von den Philippinen zu Gute kommen soll, die unter Mangel- und Unterernährung zu leiden haben.

„Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg“ lautete der Text des Liedes, das die jungen Darsteller, unterstützt durch Katharina Sommer und Melanie Schultz, anschließend zum Besten gaben, bevor sie das Haus und seine Bewohner segneten. Ob der dazugehörige Schriftzug „20-C+M+B-15“ dann entweder mit weißer Kreide an die Haustür geschrieben werden soll oder ob es die moderne Art in Form eines Aufklebers sein soll, diese Entscheidung oblag den Hausbewohnern selbst. „Fast alle möchten mittlerweile lieber den Aufkleber“, weiß Katharina Sommer. „Heutzutage gibt es viele weiße Kunststoff-Haustüren und da macht weiße Kreide wenig Sinn.“ Mit einem Dankeschön für die entgegengenommene Spende und dem Versprechen, sich im nächsten Jahr wieder zu sehen, traten die Sternsinger der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist ihren Rückzug an.

Die Generalprobe war gelungen, und zufrieden warf Katharina Sommer einen Blick auf ihre Liste, aus der sie ersehen konnte, welchen Weg sie mit ihrer Gruppe einschlagen musste. „Vor etwa zehn Jahren haben wir diese Liste mal erstellt“, erinnert sich Melanie Schultz. „Darauf stehen alle katholischen Haushalte der Gemeinde und die Namen und Adressen der Menschen, die sich bei uns gemeldet haben und auch um den Besuch der Sternsinger gebeten haben.“ Seit dem 28. Dezember 2014 bis zum 11. Januar sind im Gebiet der katholischen Pfarrgemeinde insgesamt 13 Gruppen unterwegs, wobei es in Anbetracht der zahlreichen Haushalte, die es zu besuchen gilt, noch viel mehr Kinder sein könnten. „Wir haben leider zu wenige Kinder, die mitmachen möchten, und könnten gut noch Unterstützung gebrauchen. Sieben Jahre sollten sie mindestens sein“, so Schultz.

Damit die Jungen und Mädchen der Pfarrgemeinde überhaupt wissen, was genau sie in den Tagen um den 6. Januar (Heilige Drei Könige) herum zu machen haben und welcher Sinn und Zweck damit verfolgt wird, findet bereits im Dezember eines jeden Jahres ein erstes Treffen mit allen Kindern statt. Dabei wird unter anderem mittels eines Filmes die jeweilige Situation der Länder und Einrichtungen vorgestellt, zu deren Gunsten sie sammeln gehen.

Für die Sternsinger-Gruppe von Katharina Sommer und Melanie Schultz geht es jetzt aber erst einmal richtig los, und die erste Haustür wartet bereits ganz in der Nähe. Wie eben noch einmal geprobt, präsentieren sich die kleinen Botschafter des Kinderhilfswerks der katholischen Kirche gut gelaunt, hochmotiviert und sich auch der Ernsthaftigkeit ihrer Aufgabe vollkommen bewusst den Nachbarn der Familie Sommer. Auch Claudia und Berno Funk entscheiden sich für den Schriftzug auf der Folie, den sie gleich an Ort und Stelle über der Haustür anbringen. „Ich habe diesen Brauch schon als kleines Kind geliebt, wenn die Sternsinger bei meiner Oma vor der Tür standen“, erzählt Claudia Funk, die diese Tradition gemeinsam mit ihrem Mann gerne weiterführt. „Wir lassen unser Haus jetzt seit drei Jahren segnen und sind jedes Mal wieder gerührt von der kleinen Zeremonie.“

Nach und nach ziehen die Sternsinger von Haustür zu Haustür, wobei mitunter neben der Spende für den guten Zweck auch eine kleine Aufmerksamkeit für die engagierten Kinder wartet. Die Freude über die kleinen Süßigkeiten als Anerkennung ihrer Mühe ist groß und zeugt davon, dass die Besuchten den kleinen Auftritt der Sternsinger durchaus zu schätzen wissen.

Vollkommen überrascht zeigt sich die kleine Gruppe aber in dem Moment, als eine vorbeigehende Passantin auf das Gespann mit den Kronen und den farbigen Umhängen aufmerksam wird und eine Spende in die mitgeführte goldene Spendendose steckt.

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