Feierlicher Gottesdienst zur Kirchweih in der St. Michael-Kirche in Nordstemmen / Gläubige finden seit 43 Jahren ein Zuhause

„Auf etwas Neues einlassen“

Mit einem feierlichen Gottesdienst feiert die Heilig-Geist-Gemeinde in der St. Michael-Kirche in Nordstemmen die Kirchweih. Foto: Oelkers

Nordstemmen Mit einem feierlichen Gottesdienst, der musikalisch vom Kirchenchor begleitet wurde, hat die katholische Pfarrgemeinde Heilig Geist in der Nordstemmer St. Michael-Kirche Kirchweih gefeiert.

Es ist 43 Jahre her, dass das Gotteshaus von Bischof Heinrich Maria Janssen geweiht wurde. Mittlerweile ist die damals lang ersehnte Kirche den Gläubigen zu einem vertrauten Ort geworden, haben nicht wenige von ihnen einen festen Platz in ihrer Kirche gefunden. Manchmal müsse man aber, wie Pfarrer Harald Volkwein in seiner Predigt betonte, auch einen vertrauten Ort loslassen.

So habe Jesus nach der Verhaftung Johannes des Täufers seine Heimat in Nazareth verlassen und andere zum geographischen Orts- und innerlichen Standortwechsel aufgefordert. „Man muss loslassen, um sich auf etwas Neues einzulassen“, zeigte Volkwein am Beispiel dieser Schlüsselszene und unterstrich die Chancen, die im Verlassen des Vertrauten liegen. Wer wie die von Jesus berufenen Jünger zu einem Standortwechsel bereit sei, könne eine neuen Sichtweise auf das Leben erhalten: „Die Erkenntnis, dass Gott da ist.“ Wie schwer ein Perspektivwechsel sei, zeige nicht allein der mahnende Brief des Apostels Paulus an die Korinther, an die „heillos zerstrittene Gemeinde“. Denn bis in unsere Gegenwart liege Volkwein zufolge im Kleinen wie im Großen die Wurzel für Unfrieden und Konflikte in rechthaberischem Beharren, im Unvermögen zum inneren Standortwechsel. In einer Münsteraner Pfarrgemeinde haben Renovierungsarbeiten die Möglichkeit zu einem einmaligen Experiment gegeben. Die Kirchbänke mussten entfernt werden, und jeder war aufgerufen, sein liebstes Sitzmöbel in die Kirche zu bringen. „Es gab keine Garantie für den gewohnten Sitzplatz“, erzählt Volkwein, „aber die Chance, die Kirche aus neuer Perspektive zu erleben.“ oel

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