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„Alles hat seine Zeit“

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Vorsitzender Wilfried Kuse (links), Beate Nickel, Rainer Nickel, Wolfgang Mehner (alle 40 Jahre) sowie Helmut Ackermann und Beate Hahn (beide 25 Jahre) werden bei der letzten Jahreshauptversammlung geehrt. Foto: Mosig
Vorsitzender Wilfried Kuse (links), Beate Nickel, Rainer Nickel, Wolfgang Mehner (alle 40 Jahre) sowie Helmut Ackermann und Beate Hahn (beide 25 Jahre) werden bei der letzten Jahreshauptversammlung geehrt. Foto: Mosig

GROSS ESCHERDE Aus und vorbei: Der Gemischte Chor Escherde existiert nicht mehr. „Alles hat seine Zeit“, meinte der Vorsitzende Wilfried Kuse zum Abschluss der zwei Versammlungen, die mit der Auflösung des Chores endeten.

Während der ersten – regulären – Jahreshauptversammlung wurden Wilfried Kuse, Beate Nickel, Rainer Nickel, Wolfgang Mehner (alle 40 Jahre) sowie Helmut Ackermann und Beate Hahn (beide 25 Jahre) treue Mitglieder geehrt. Im Anschluss fand die außerordentliche Mitgliederversammlung statt, die nur einen Punkt auf der Agenda hatte: Die Auflösung des Vereins. Kuse erinnerte noch einmal an vergangene Zeiten, an viele Höhen und einige Tiefen aus der 119-jährigen Vereinsgeschichte (die LDZ berichtete). Doch seit Mai 2013 ist es klar: Damals wurde mit den Aktiven die Auflösung besprochen. „Die Stimmen sind nicht mehr das, was sie mal waren, die Mitglieder sind zu alt, wir haben Nachwuchssorgen. Regelmäßige Auftritte sind nicht mehr möglich“, sagte Kuse, der seit zehn Jahren Vorsitzender ist und seit 29 Jahren im Vorstand wirkt, gerührt.

Die Auflösung des Vereins ist indes gar nicht so einfach. Laut Satzung müssen 75 Prozent der 50 Mitglieder dafür stimmen, bei der Versammlung waren aber nur 30 zugegen. Um auf die nötigen 38 Stimmen zu kommen, hatte Kuse im Vorfeld 14 Stimmen schriftlich eingeholt. Am Ende stimmten alle 30 Anwesenden für das Ende des Chores.

Der Vorsitzende gab einen Überblick, was noch alles zu tun ist. Die Löschung aus dem Vereinsregister beim Amtsgericht, die Kündigung der Vollmachten bei den Geldinstituten, der Gang zum Finanzamt... auf ihn kommt trotz des Vereinsendes noch einiges zu. Noten, Schriftstücke und Preise müssen inventarisiert werden und sollen in einem Schrank im Dorfgemeinschaftshaus archiviert werden. Vor allem war eine Frage zu klären: Was wird aus der Vereinskasse? Auch dazu gab es einen Punkt in der Satzung. Das Geld solle „nicht auf den Kopf gehauen“ werden, sondern der Altenarbeit in Klein und Groß Escherde zugute kommen. Allerdings solle es laut Statuten auf ein Treuhandkonto bei der Gemeinde gebucht werden und erst nach fünf Jahren zur Auszahlung kommen, falls der Verein nicht doch wiederbelebt werden sollte. Das sei wohl ein Passus der Vereinsväter für Querelen oder Engpässe gewesen, befand ein Mitglied, und Kuse erklärte: „Dann haben einige von uns ja gar nichts mehr davon. Und wer weiß, ob in fünf Jahren das Konto jemand wiederfindet?!“ Also stimmten die Mitglieder auch über eine Satzungsänderung ab, so dass die Vereinskasse schon zum 31. Dezember 2014 aufgelöst werden kann. Das Geld wird der Kirche und den Ortsräten für Seniorennachmittage und die traditionelle Weihnachtsfeier zur Verfügung gestellt.

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