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Der Abstand ist zu gering...

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Ausschussvorsitzender Jens Pape, Bürgermeister Norbert Pallentin und die Ausschussmitglieder diskutieren die Punkte der Stellungnahme, die die Gemeinde dem Landkreis vorlegen wird.
Ausschussvorsitzender Jens Pape, Bürgermeister Norbert Pallentin und die Ausschussmitglieder diskutieren die Punkte der Stellungnahme, die die Gemeinde dem Landkreis vorlegen wird.

NORDSTEMMEN So schnell wird es keine Hundefreilauffläche in der Gemeinde Nordstemmen geben. Der Fachausschuss folgte der Empfehlung der Verwaltung und lehnte die „neue freiwillige Leistung“ ab. Bedenken äußerten die Mitglieder auch zur geplanten Erweiterung des Kiesabbaus in Barnten. Vor allem der geringe Abstand zur Bebauung bereitet den Kommunalpolitikern ebenso wie den Anwohnern Sorgen.

Iris Rämisch hatte gemeinsam mit anderen Nordstemmern einen Antrag auf eine Hundefreilauffläche eingereicht (die LDZ berichtete). Rainer Bödeker prüfte den Antrag und erläuterte dem Ausschuss Planung und Bau, warum sich die Suche nach einer geeigneten Fläche als schwierig erweist. „Ich habe die von der Antragsstellerin vorgeschlagenen Flächen geprüft. Auf Grund verschiedener Punkte scheint keine dieser Flächen für eine Hundefreilauffläche geeignet, so dass die Suche schwierig ist. Die Verwaltung sieht keinen Bedarf, es bleibt jedoch eine politische Entscheidung, ob die Gemeinde, in der kein ganzjähriger Leinenzwang verordnet ist, eine Fläche ausweist“, erläuterte Bödeker. „Mir leuchtet der Antrag ein. Ich habe mir Hundefreilaufflächen in Hildesheim angesehen“, sagte Andreas Arlt. Der SPD-Politiker fände es schade, den Antrag ablehnen zu müssen: „Es wäre schön gewesen, wenn wir eine Möglichkeit gefunden hätten.“

Gemeindebürgermeister Norbert Pallentin wandte ein, gelesen zu haben, dass das Land überlege, den Leinenzwang ganz abzuschaffen, so dass sich das Problem von selbst erledigen würde. Konkrete Informationen hierzu lägen ihm aber nicht vor. Letztendlich entschieden sich die Ausschussmitglieder mit zwei Enthaltungen gegen die Ausweisung einer Hundefreilauffläche.

Für Kopfschütteln und Unverständnis sorgte auch ein Antrag der Firma „Holcim Beton“. Das Unternehmen hatte beim Landkreis die Erweiterung des Kies- und Sandabbaugebietes westlich von Barnten beantragt. Die Gemeinde kann hierzu nun eine Stellungnahme abgeben (die LDZ berichtete). Rainer Bödeker hat sich mit den Antragsunterlagen beschäftigt. Für Unmut sorgten insbesondere die geringen Abstände zur bestehenden Bebauung. So soll die Erweiterung des Abbaugebietes dicht an die Häuser an der Leinestraße heranreichen. „Die Abstände betrügen weniger als zehn Meter“, zeigte Bödeker dem Ausschuss einen wesentlichen Punkt auf. Laut Auskunft des bayrischen Landesamtes für Umweltschutz sollte jedoch ein Mindestabstand von 150 Metern bestehen, um „erhebliche Belästigungen“ zu vermeiden.

Deshalb plädierte der Mitarbeiter der Verwaltung dafür, eben diesen Mindestabstand in der Stellungnahme zu fordern. Auch eine Schallmessung während des Abbaus hält er für wichtig, da für das am nächstengelegene Grundstück laut schalltechnischem Gutachten Lärmhöchstwerte von 58,8 Dezibel errechnet wurden, 60 Dezibel aber bereits die Obergrenze des Erlaubten bilden.

Hans-Herbert Weigt (CDU) wies darauf hin, dass er ein geostatisches Gutachten vermisse und die Abstände ebenfalls als außerordentlich problematisch betrachte. „Selbst die Straße läuft ja so Gefahr, abzusacken“, ergänzte Gerald Ludewig (SPD). „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das genehmigt wird. Die Lebensqualität der Anwohner wird so nicht gewährleistet“, meinte auch Rolf Dietrich (CDU). „Wir können nicht verhindern, dass der Kiesabbau ausgeweitet wird. Zustimmen sollten wir dem Antrag aber auch nicht“, schlug Dr. Cornelia Ott (SPD) vor, den Antrag lediglich zur Kenntnis zu nehmen und die Stellungnahme einzureichen. Dem folgten die Ausschussmitglieder einstimmig. Als nächstes wird der Ortsrat Barnten zu dem Thema bei seiner Sitzung am 20. Oktober um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus gehört. Bürger haben zudem noch bis 13. Oktober Gelegenheit, die Antragsunterlagen bei der Gemeinde Nordstemmen einzusehen und ihre Bedenken schriftlich an den Landkreis zu richten.

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