1. leinetal24
  2. Lokales
  3. Nordstemmen

30 Leichen nahe der Rössinger Kirche

Erstellt:

Kommentare

Schweißtreibende Arbeit: Archaeofirm-Mitarbeiter legen die Skelette frei.
Schweißtreibende Arbeit: Archaeofirm-Mitarbeiter legen die Skelette frei. © Florian Mosig

Rössing – Vor zwei Wochen wurden bei einem Hausbau neben der Rössinger Kirche Leichenteile gefunden. Ordnungsamt und Polizei wurden eingeschaltet. Da aber schnell festgestellt wurde, dass es sich um eine historische Grabstätte handeln würde, wurde das niedersächsische Amt für Denkmalpflege eingeschaltet. In den vergangenen Tagen haben Mitarbeiter der Firma Archaeofirm aus Isernhagen hier 30 (Teil-)Skelette freigelegt. Die Leichenteile lassen viele Vermutungen zu, doch auch einige klare Feststellungen können jetzt getroffen werden. Zum einen ist deutlich geworden, dass es sich um einen Friedhof handelt, der nördlich der Kirche gelegen hat. Wie Kirchenvorstand Friedrich Kämpfer beim Ortstermin darlegte, hat im 11. Jahrhundert erstmals ein Turm an der Stelle gestanden, an der sich die Kirche befindet. Bezirksarchäologe Friedrich-Wilhelm Wulf vermutet aufgrund der Tiefe der Gräber, dass hier erstmals im 9. Jahrhundert Menschen beerdigt wurden. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass es sich um einen frühchristlichen Friedhof handelt. Wie bei Christen üblich, gab es keine Grabbeigaben, die Gräber sind in Ost-West-Ausrichtung angelegt. Genaueres würde man nur über eine naturwissenschaftliche C14-Analye herausfinden, bei der das Alter der Knochen bestimmt wird. 

Auch interessant

Kommentare