Wunschgroßelternprojekt: Alle Generationen profitieren

„Wir lernen viel“

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Generationsübergreifend: Elke Witt vom Kinderschutzbund (links) mit Kinder, Wunschgroßeltern und Eltern beim ersten gemeinsamen Treffen.

NORTHEIM (rgy) – Nicht immer leben die Großeltern gleich um die Ecke, oder haben Zeit, sich um die Enkelkinder zu kümmern, dabei wünschen sich die jungen Familien gern eine ältere Bezugsperson. Im Gegenzug gibt es aber auch Senioren, die keine eigenen Enkel haben oder deren Kinder und Großkinder weit weg wohnen, die sich aber gern um Kinder kümmern möchten. Das Wunschgroßelternprojekt des Kinderschutzbundes im Landkreis Northeim bringt Omas, Opas und junge Familien zusammen. Ein gemeinsames Treffen fand in der vergangenen Woche in der Kindertagesstätte Biberbau statt.

„Es ist das erste Treffen dieser Art“, erklärt Initiatorin Elke Witt vom örtlichen Kinderschutzbund. Neun Oma-Kinder-Paare gäbe es inzwischen und sie hofft, dass bald noch weitere hinzukommen. „Der Bedarf ist auf jeden Fall da, zurzeit werden noch ganz aktuell für zwei Familien Wunschgroßeltern gesucht“, erklärt Witt. Ganz begeistert vom Projekt zeigt sich Nadine Viering mit ihren Kindern Paul-Luca und Louis aus Katlenburg. „Am Donnerstag ist bei uns Oma Bärbel-Tag“, berichtet sie. Darauf freuen sich alle schon, denn dann würden Kinder und Wunschoma immer etwas gemeinsam unternehmen und auch Mutter Nadine schließt sich den gemeinsamen Unternehmungen gern an. „Von der Oma kann auch ich viel lernen“, sagt Viering, so zum Beispiel manche Dinge in Ruhe anzugehen. Seit über einem Jahr gibt es das Gespann und alle betonen, dass die Chemie „einfach stimmt“. Oma Bärbel ist Bärbel Bojack, die sich nun schon seit drei Jahren im Projekt engagiert. „Ich habe beruflich viel mit älteren Menschen zu tun, da wollte ich in der Freizeit gern einen Gegenpol schaffen“, erklärt sie ihre Motivation. Vor den Treffen mit den „Enkeln“ denkt sie sich immer etwas aus, bringt eine Spielidee, ein Buch oder Ähnliches mit. Ganz anders haben sich Sylvia Niehoff-Rümenapp und ihre Leih-Großkinder sowie deren alleinerziehende Mutter organisiert. Hier kommt die Wunschoma nach Absprache meist in den Abendstunden, da sie noch Vollzeit berufstätig ist. „Ich selbst habe leider keine eigenen Kinder“, bedauert Niehoff-Rümenapp, „da ich aber Kinder liebe, habe ich mich, als ich vom Wunschgroßelternprojekt gelesen habe, gleich gemeldet.“ Seit eineinhalb Jahren kümmert sie sich nun mit um „Enkelin“ Anna, die inzwischen auch noch ein Geschwisterchen hat. Interessenten am Projekt melden sich unter 05551/988815.

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