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„Wir erwarten mehr von diesem Konzern!“

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Helios-Beschäftigte vor der Bad Gandersheimer Klinik.
Auch in Bad Gandersheim setzen die Helios-Beschäftigten ein Zeichen. © Privat

Bad Gandersheim/Northeim – Einen Tag vor der Fortsetzung der Tarifverhandlungen zwischen ver.di und Helios haben Klinikbeschäftigte bundesweit in einer Pausenaktion ein Zeichen gesetzt – so auch an den Standorten Bad Gandersheim und Northeim. Ver.di fordert für die rund 21.000 Beschäftigten im Tarifbereich ab dem 1. Januar 2021 unter anderem eine Steigerung der Monatsgehälter von 5,5 Prozent mehr, für Auszubildende plus 70 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem hat die Gewerkschaft den Konzern zu Gesprächen über Regelungen zu Entlastung und Gesundheitsschutz der Beschäftigten aufgefordert. 

In den bisherigen Verhandlungsterminen hatte der Konzern eine Gehaltssteigerung erst ab dem 1. Juni 2021 angeboten – und dies lediglich in Höhe von einem Prozent plus weitere 1,4 Prozent zum 1. Juni 2022, für Auszubildende nur je 25 Euro sowie eine einmalige Corona-Sonderzahlung in Höhe von 400 Euro. „Das ist ein unmögliches Angebot“, erklärte ver.di-Sprecherin Julia Niekamp. „Es ist ein Unding, dass Krankenhausbeschäftigte mitten in der Pandemie dafür streiten müssen, dass ihre Leistungen angemessen honoriert werden“, sagte Rolf Pflugmacher, ver.di-Tarifkommissionsmitglied und Betriebsratsvorsitzender der Helios-Klinik in Northeim. „Alle Welt redet darüber, wie wichtig die Arbeit der Klinikbeschäftigten ist – aber Helios hat das offenbar noch nicht verstanden und verweigert ihnen die Wertschätzung, die sie verdienen.“ Laut dem vom Unternehmen zuletzt vorgelegten Angebot sollen die Löhne und Gehälter in den ersten fünf Monaten überhaupt nicht und im Juni um nur ein Prozent steigen. „Das bedeutet nichts anderes als Reallohnverlust“, stellte Julia Niekamp fest. „Schon jetzt fehlt es an allen Ecken und Enden an Personal. Um die dringend benötigten Arbeitskräfte zu gewinnen, müssen sie angemessen bezahlt werden. Das Helios-Angebot ist meilenweit von dem entfernt, was nötig ist.“

Für Empörung sorgt, dass das Unternehmen die tarifliche Vereinbarung zur Pflegezulage gekündigt hat. Bleibt es dabei, könnte sie Pflegekräften bei Neueinstellung oder Vertragsänderung ab Januar 2022 vorenthalten werden. „Während die dritte Welle der Corona-Pandemie auf die Einrichtungen zurollt, stellt Helios Gehaltsbestandteile für Pflegekräfte in Frage – ein fatales Signal“, meinte auch Christian Nagel aus der Bad Gandersheimer Helios-Klinik. Dabei könne sich die Klinikkette Verbesserungen durchaus leisten, erklärte auch Niekamp mit Verweis auf den Vorsteuergewinn von 600 Millionen Euro, den Helios für 2020 bilanzierte. Auch für dieses Jahr erwarte das Unternehmen eine positive Entwicklung. Der Helios-Mutterkonzern Fresenius hat angekündigt, die Dividende zum 28. Mal in Folge zu erhöhen. „Immer mehr Geld für Aktionäre und Lohnkürzungen für die Beschäftigten – solche Praktiken haben im Gesundheitswesen nichts zu suchen“, kritisierte die ver.di-Sprecherin. „Wir erwarten am Mittwoch ein deutlich verbessertes Tarifangebot. Dafür machen die Kolleginnen und Kollegen mit dem Aktionstag Druck.“

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