In einem Jahr wird die Landesgartenschau Bad Gandersheim eröffnet:

Vorbereitungen laufen mit Hochdruck

Franziska Schwarz, Thomas Hellingrath und Rebecca Siemoneit-Barum.
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Das sieht noch nach (viel) Arbeit aus: Franziska Schwarz, Thomas Hellingrath und Rebecca Siemoneit-Barum (von rechts) zeigen, wo die Seebühne entstehen soll.

Bad Gandersheim – In einem Jahr, am 14. April 2022, wird der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil die Landesgartenschau Bad Gandersheim eröffnen, die erste in der Region Südniedersachsen. „Die Vorbereitungen laufen mit Hochdruck! Wir liegen trotz des Wintereinbruchs und Corona gut im Zeitplan“, hat Geschäftsführer Thomas Hellingrath jetzt im Rahmen eines kleinen Presse-Rundgangs erklärt, an dem auch Bürgermeisterin Franziska Schwarz und (kurzzeitig) Rebecca Siemoneit-Barum als LAGA-Expertin für Veranstaltungen teilgenommen haben. „Überall auf dem rund 40 Hektar großen Gelände sind die Vorbereitungen sichtbar“, betonte Hellingrath, „im gesamten Kurbereich von Bad Gandersheim finden derzeit Bauarbeiten statt“.

In allen Geländeabschnitten sind die vorbereitenden Arbeiten wie das Freistellen der Flächen und die Aufnahme alter Pflasterungen abgeschlossen. „Was jetzt entsteht, wird bleiben“, erklärte Hellingrath. Rund um die Osterbergseen ist das alte Pflaster entfernt worden, die Fundamente für die neuen Wege sind ausgekoffert. Sie bilden einen Teil der etwa einen Kilometer langen Promenade, die die Seenlandschaft entlang der Flüsse Eterna und Gande mit der Altstadt verbindet. Wegbegleitend entsteht ein Blütenband, das von hier bis in den Kurpark fortgeführt wird und die unterschiedlichen Bereiche verbindet. Bereits fertig ist die neue Uferlinie des derzeit trockengelegten zweiten Osterbergsees. Die ehemalige, fast gerade Uferlinie hat mehrere Vorsprünge erhalten, auf denen später Bänke zum Verweilen einladen. Das Ende des Dehnewegs, wo sich im kommenden Jahr der Haupteingang der LAGA befinden wird, mündet auf den zentralen Platz der LAGA. Auf dieser „Steinernden Insel“ lassen sich bereits die Umrisse der zukünftigen Seebühne erahnen. Die Gräben für die Fundamente vermitteln schon jetzt einen Eindruck von der Größe der Bühne und der gegenüberliegenden Sitzterrasse für die Zuschauer. Hier erwartet die Besucher im nächsten Jahr nicht nur der Gärtnermarkt, sondern auch ein umfangreicher Servicebereich, der die Besucher willkommen heißt.

Auf der Seebühne treten im kommenden Jahr die Top-Acts der LAGA auf, wie die Schauspielerin Barbara Auer, die mit Jens Wawrczeck am 23. April zum Welttag des Buches eine szenische Lesung aus Truman Capotes „Frühstück bei Tiffany“ präsentiert, oder das Duo „Strange Comedy“, das vom 16. bis 18. April mit seiner akrobatischen Mischung aus abgedrehter Comedy, Slapstick, Magie und Artistik das Publikum staunen lässt. Am 30. April und am 1. Mai gehört die große Bühne den Sängerinnen und Sängern, wenn der Niedersächsische Chorverband sein 75-jähriges Bestehen mit dem „Fest der Chöre“ feiert. Natürlich kooperiert die LAGA auch mit den Gandersheimer Domfestspielen, Niedersachsens größtem Freilufttheater, das am 12. Juni Ausschnitte der Spielzeit 2022 aufführt. Zur Eröffnung präsentiert die LAGA außerdem den bekannten Slackliner und mehrmaligen Weltrekordhalter Samuel Volery aus der Schweiz. Er wird auf einer etwa 300 Meter langen, in 25 Meter Höhe über den Osterbergsee gespannten Highline performen und seine Performance kommentieren. In den folgenden Wochen werden regelmäßig wechselnde, internationale Sportler auf der Slackline „jammen“, so dass die LAGA 2022 zu einem Fixpunkt der internationalen Slackline-Community wird. Ausdauer und Präzision sind am 9. und 10. Juni 2022 gefragt, wenn bei der „Deutschen Meisterschaft im Target Sprint“ des Niedersächsischen Sportschützenverbandes rund 150 Teilnehmer und Teilnehmerinnen um den Titel kämpfen.

Rund um den dritten Osterbergsee ist die Streckenführung des „Loops“ erkennbar. Das zukünftige Bewegungsband umkreist die Wasserlandschaft und Wiese des hinteren LAGA-Geländes, in dem die Themengärten angesiedelt. Spiel und Spaß für alle wird der neue Spielplatz in diesem Bereich bieten. Sehr weit fortgeschritten sind die Arbeiten für den Gandeantritt im Naturschutzgebiet Auepark. Der terrassierte, mit großen Platten Anröchter Dolomits ausgelegte Zugang zum Fluss, ist annähernd fertiggestellt. In wenigen Wochen beginnen die Arbeiten an einem barrierefreien Steg, der in einer Aussichtsplattform mündet und so erstmals den Blick auf die bislang hinter dichtem Schilf verborgenen Teiche freigibt. Ein neuer Blick eröffnet sich auch vor dem Kloster Brunshausen: Nachdem der Hang unterhalb des Hauptgebäudes freigestellt wurde, ist der geschichtsträchtige Bau erstmals seit Jahren wieder ganz zu sehen. Die Anbindung des Aueparks an das Kloster wird durch eine Aufweitung der Wege beidseits der Hildesheimer Straße verbessert.

Erst vor wenigen Wochen begonnen haben die Arbeiten am Hang zwischen Kurpark und Skulpturenpfad. Der vorherige Bewuchs ist komplett entfernt worden, um Raum zu schaffen für einen neuen, barrierefreien 2,50 Meter breiten Weg. Um die maximal sechs Prozent Gefälle „erklimmen“ zu können, wird der Weg über die zwei lange Geraden, die die gesamte Breite des Hanges nutzen, ausgeführt. Der neue Weg bindet den Skulpturenpfad direkt an das Kurgebiet an. Um den Hang zu profilieren, werden entlang des Weges so genannte Gabionen, mit Natursteinen gefüllte Drahtkörbe, eingebaut. Der Umbau des Freibades in ein Natur-Sole-Freibad startet im Sommer 2021. Seit 2018 konnte das Bad auf Grund von technischen Problemen nicht mehr genutzt werden. Mit der LAGA bot sich für Stadt und Betreibergenossenschaft die Chance, das beliebte Freibad mit neuem Konzept als familienfreundliches Naturbad wieder in Betrieb zu nehmen. Dort, wo sich heute der Spielplatz und das Planschbecken befinden, wird ein neu gestalteter Wasserspielplatz für Kinder entstehen. Erstmals ist damit im Eintrittsgeld einer Landesgartenschau auch ein Freibadbesuch enthalten.

Thomas Hellingrath ist zuversichtlich, dass „alle Arbeiten fristgerecht abgeschlossen werden. Uns freut besonders, dass wir einen Großteil der auszuführenden Arbeiten an Unternehmen aus der Region bzw. aus Niedersachsen vergeben konnten“. Das Budget für die freiraumplanerischen Maßnahmen beträgt rund 6,5 Millionen Euro, hinzu kommen Mittel in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro für den Umbau des Freibades und Verkehrsflächen im Umfeld der LAGA (Stand: 12. April 2021). In einer Videobotschaft hatte Ministerpräsident Stephan Weil als Schirmherr übrigens weitere Landesunterstützung zugesichert.

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