Verkehrsunfallstatistik 2014 vorgelegt / Neue Präventionsmaßnahmen

Tippen tötet

+
Warnen vor Unfallgefahr bei Handynutzung im Auto (von links): Hans Walter Rusteberg und Peter Schliep.

NORTHEIM (rgy) – Die Polizeiinspektion Northeim/Osterode (PI) hat am Freitag die Verkehrsunfallstatistik 2014 vorgestellt. Getrübt war die Stimmung jedoch wegen der schweren Unfälle zum Jahresbeginn 2015, auch wenn diese in der Statistik noch keine Berücksichtigung fanden. Zudem betonte Polizeidirektor Hans Walter Rusteberg, dass neue Präventionsmaßnahmen zu den Themen Handynutzung im Auto und Senioren im Verkehr vorgesehen sind.

Tatsächlich muss die Polizei zu immer mehr Unfällen auf freier gerader Strecke, bei denen es keinen ersichtlichen Grund für die Ursache gebe, erklärt Rusteberg. Die Vermutung liegt nahe, dass der Fahrer von Handy, Navi oder iPod abgelenkt gewesen sei. Ein neues Präventionsprogramm soll auf die Gefahren hinweisen. Vielen Nutzern sei nicht klar, was ein Blick von nur zehn Sekunden bei 30 km/h zur Folge hätte: „Ein Blindflug von 83 Metern“, betont Dieter Armbrecht von der PI. Ein kurzer Blick von nur fünf Sekunden auf eine eingegangene Nachricht bei 50 km/h hätte 69 Meter, auf denen der Verkehr nicht beachtet würde, zur Folge. Deshalb appelliert die Polizei an die Autofahrer, das Handy im Auto nicht zu nutzen, höchstens mit Freisprechanlage zu telefonieren.

Erfreulich ist die Entwicklung der Verkehrsunfälle mit schwerem Personenschaden. Hier wurde 2014 ein historischer Tiefstand erreicht.

Dank eines Bündels an Maßnahmen ist die Anzahl der Verkehrsunfälle mit schwerem Personenschaden 2014 auf einen historischen Tiefstand gesunken. Waren es 2005 noch 212 und im Vorjahr 118, wurde 2014 mit 111 eine Reduzierung um 10,6 Prozent erreicht. Damit steht das Ergebnis der PI Northeim/Osterode dem landesweiten Trend entgegen. Rusteberg führt diese Entwicklung zum einen auf die zahlreichen Präventionsmaßnahmen zurück, zum anderen auch auf die zahlreichen Geschwindigkeitsmessungen. Im Rahmen der Verkehrsüberwachung sind 22.242 Verstöße wegen zu hoher Geschwindigkeit registriert worden. 2013 waren es nur 11.423, dies sei aber einer Technikumstellung geschuldet gewesen, betont Rusteberg. Annähernd unverändert blieb die Zahl der registrierten Verkehrsunfälle insgesamt mit 4.444. Erfreulich ist, dass kein Kind bei einem Verkehrsunfall getötet wurde, und die Zahl der tödlich verunglückten Erwachsenen von fünf (2013) auf zwei (2014) zurückging. Die Anzahl der Baumunfälle ist auch rückläufig von 62 im Vorjahr auf 52. Angestiegen ist hingegen die Zahl der Wildunfälle im Landkreis Northeim von 596 auf 638. Die Polizei arbeitet weiterhin mit der Jägerschaft zusammen, um Sicherheitsmaßnahmen wie Reflektoren und Duftzäune zu installieren, um weitere Unfälle zu vermeiden, erklärt Peter Schliep von der PI. Die Beeinflussung von Autofahrern mit Alkohol im Straßenverkehr geht sei Jahren zurück, hingegen sei die Zahl von 137 Fahrten unter Drogeneinfluss noch immer auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Zu hoch sei auch die Zahl eingeleiteten Verfahren wegen Verstößen gegen die Anschnallpflicht (2.411) und Unfallfluchten (941).

Kommentare