Menschen heißen Flüchtlinge willkommen / Runder Tisch auch in Katlenburg-Lindau

„Stimmung ist überall gut“

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Engagierte Bürger: In Katlenburg-Lindau informieren Bürgermeister Uwe Ahrens und Katrin Bäumler über Hilfsmöglichkeiten für Flüchtlinge.

KATLENBURG-LINDAU (rgy) – „Gerade heute ist wieder eine fünfköpfige russisch-sprachige Familie in Katlenburg-Lindau eingetroffen, die Hilfe benötigt“, erklärt Gemeindebürgermeister Uwe Ahrens am Montagabend in der Festhalle Berka. Er hatte eingeladen zu einer Veranstaltung, um einen Runden Tisch für Flüchtlingshilfe zu initiieren. Der Einladung waren rund 50 Einwohner gefolgt, die großes Interesse hatten, sich tatkräftig zu engagieren.

„Ich freue mich sehr, heute hier zu sein, denn Katlenburg-Lindau war bislang immer noch ein weißer Fleck“, betonte Katrin Bäumler von der Koordinationsstelle Migration und Teilhabe des Landkreises Northeim, die schon zahlreichen Initiativen mit Rat und Tat zur Seite steht. In einem kurzen Vortrag erläuterte sie die komplexe Situation, was die Hilfe der Flüchtlinge anbelangt. Ganz dringend wird Wohnraum gesucht, den der Landkreis anmietet und auch schlicht einrichtet. Sie appellierte, sich an den Landkreis zu wenden, wenn jemand eine leerstehende Wohnung vermieten möchte. Die aktuelle Quote der zugewiesenen Flüchtlinge für den Landkreis liegt derzeit bei 691, bislang sei man aber mit 172 Personen im Rückstand weil Wohnraum fehle, erläutert Bäumler. Und da die Erstaufnahmelager in Friedland und Bramsche mehr als voll seien, könne vermutet werden, dass die Zahl derer, die zugewiesen würden, noch ansteigen werde. „Trotzdem ist die Zahl für die einzelnen Gemeinden noch überschaubar.“ Ahrens forderte die Menschen auf, sich zu überlegen, ob sie nicht noch geeigneten Wohnraum anbieten könnten. Denn auch in Katlenburg-Lindau seien erst 25 Flüchtlinge untergebracht, die Quote läge aber bei 42. Stefan Neukirchner, der sich beim Landkreis um die Unterbringung der Flüchtlinge kümmert, erklärte kurz, wie der Landkreis die Wohnungen ausstattet und nach welchen Kriterien sie angemietet werden. Anschließend erläuterten Bäumler und Flüchtlingssozialarbeiterin Hanne Langer, wie die ehrenamtliche Hilfe gestaltet werden kann. Der Bedarf ist groß und vielseitig: Von der Einkaufhilfe über Fahrdienst und Begleitung bei Behördengängen bis zu Sprachkursen reicht die Palette dessen, was benötigt wird. Jeder kann seine Möglichkeiten benennen und einbringen. Dabei sollen die Ehrenamtlichen aber nicht alleingelassen werden, sondern auch Unterstützung von professionellen Stellen erhalten. Die Interessierten der Gemeinde wollen sich nun vernetzen, und eine erste Lenkungsgruppe hat sich an dem Abend zusammengefunden. Ein weiteres Treffen ist nach den Ferien geplant. Und auch für die neue Familie hat sich eine Bürgerin bereiterklärt, ab sofort Kontakt aufzunehmen, um in den Alltagsfragen zu helfen.

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