Als Star-Wars-Helden unterwegs

In friedlicher Mission

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Drei Kisten für Star Wars: Sven (links) und Malte Steinbrink brauchen viel Platz für ihre aufwändigen Kostüme.

Imbshausen – Sven und Malte Steinbrink aus Imbshausen sind Vater und Sohn, und sie verbindet ein besonderes Hobby, denn sie treten beide gern als Star-Wars-Figuren auf. Nicht in einfachen Karnevalskostümen, sondern in aufwändig in der ganzen Welt zusammengekauften Outfits.

Sie sehen genau wie das Original aus. „Die Gürtel kommt zum Beispiel aus Shanghai, die Helme aus London und die Waffen aus der Ukraine, eigens von Star Wars Fans gefertigt“, berichtet Sven Steinbrink (49), deshalb seien die Dinge auch nicht ganz so günstig. Sein Commander- Neyo-Kostüm besteht aus etwa 20 Einzelteilen, die zusammen etwa 3.000 Euro kosten. Zudem nimmt er auch die Gestalt von Direktor Krennic an, der nicht so aufwändig von der Kostümierung ist. Der 15-jährige Malte tritt als Poe Dameron oder Stormtrooper auf. Zudem verfügen die Beiden noch über ein Kostüm von Kylo Ren. Schon in den 1970er Jahren hat sich Sven Steinbrink für Raumschiff Enterprise begeistern können. Als dann in den 1980er-Jahren „Das Imperium schlägt zurück“ der Star-Wars- Reihe auf die Leinwand kam, war er total davon begeistert. Von da an ließ ihn die Leidenschaft nicht mehr los. Später zeigte er seinem Sohn die Filme und entfachte auch bei ihm die Begeisterung. 2017 hat sich Sven Steinbrink dann erstmals in einem Star-Wars-Kostüm mit Stimmenverzerrer zum Imbshäuser Karneval begeben. „Vor allem die Kinder waren total begeistert“, berichtet er. Im selben Jahr habe er auch vor der Neuen Schauburg in Northeim anlässlich eines Star- Wars-Films Stellung bezogen. Später sei er im Göttinger Kino auf die „United Force Squads“, einen losen Zusammenschluss von Star Wars Fans, die gern in ihren Kostümen auftreten, gestoßen. „Am 9. Dezember 2017 habe ich dann einen ersten Auftritt mit ihnen zusammengehabt, denen dann viele andere folgten.“ Als der siebte Filmteil in den Kinos anlief, hat es auch Malte gepackt und er wollte gern als eigene Figur mit­machen. Inzwischen sind Vater und Sohn gern gemeinsam unterwegs und das immer für einen guten Zweck. „Bad guys doing good“, lautet denn auch das Motto der „German Garrison“, eine deutsche Abteilung der 501st Legion, einem weltweit agierenden Star-Wars-Kostümclub, dem Sven inzwischen angehört. Die Auftritte erfolgen immer kostenfrei, allerdings sollte im Anschluss für einen wohltätigen Zweck, am besten für Kinder, gespendet werden. Dafür nehmen die Mitglieder der Organisation auch viele Dinge in Kauf. Allein das Kostüm von Commander Neyo wiegt etwa zehn Kilogramm. Es anzulegen dauert circa 20 Minuten. Unbequem ist es zudem. „Ich kann damit nur stehen und unter dem Helm ist es selbst mit eingebautem Ventilator oft sehr heiß“, berichtet Sven Steinbrink, weshalb die Auftritte auch nur wenige Stunden dauern. Dennoch erlebt man dabei viele schöne Dinge. Bei der „Nacht der Filmmusik“ mit dem Göttinger Symphonie Orchester in Osterode konnten 700 Euro eingenommen werden, die dann über die Bürgerstiftung LuToM zugekommen sind, freuen sich die beiden über den Erfolg ihres Auftritts. Ein besonders Highlight war auch der Einzug in die Weender Kirche, als sie ein Brautpaar anführten und der Organist den Star-Wars-Soundtrack auf der Orgel spielte. Das Video dazu sei im Internet sehr viel beachtet worden. Einmal im Jahr fahren Vater und Sohn nach Speyer, wo das Technikmuseum zu einem großen Star-Wars-Treffen einlädt. „Das war ein großer Spaß“, freut sich Malte und berichtet von fast 400 Fans, die dort in den verschiedensten Kostümen herumgelaufen sind. Darüber hinaus unterhalten die beiden auch noch Kontakt zu Gleichgesinnten in Kassel. Malte und Sven Steinbrink würden sich aber auch im Landkreis Northeim noch über weitere Mitstreiter für ihre gute Sache und ihr besonderes Hobby freuen. Wer als „Bad Guy“ Gutes tun möchte und Spaß an einer Star-Wars-Kostümierung hat, kann sich per E-Mail an svensteinbrink@t-online.de wenden. (rgy)

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