Gewerblicher Güter- und Personenverkehr überprüft / Kooperation mit Hessen und Thüringen

Kontrolle auf der A7

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Einen unfreiwilligen Stopp mussten 45 Lastwagen und drei Busse am vergangenen Montag am Rastplatz Leineholz (West) an der A7 einlegen. 45 Polizeibeamte waren von 9 bis 14.30 Uhr im Einsatz, um Verkehrssünder aufzuspüren und den Kontrolldruck zu erhöhen. 

Bei der Kontrolle wurden unter anderem 28 Verstöße gegen das Fahrpersonal­gesetz, neun Verstöße auf Grund fehlender oder mangelhafter Ladungssicherung und drei Verstöße gegen das Güterkraftverkehrsgesetz festgestellt. Drei der Fahrer mussten eine Sicherheitsleistung erbringen. „Durch regelmäßige, groß angelegte Kontrollen wollen wir dafür sorgen, dass auf der A7 alle Verkehrs­teilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sicher ans Ziel kommen und ein ganz klares Zeichen setzen, dass Verstöße gegen die Verkehrsvorschriften nicht geduldet werden“, so Uwe Lührig, Präsident der Polizeidirektion Göttingen. Der Schwerpunkt der fast sechsstündigen Kontrolle lag darauf, akute Gefährdungen, wie zu schnelles Fahren und Verstöße gegen die Ruhe- und Lenkzeiten aufzuspüren und zu beseitigen. Weitere häufige Beanstandungen lagen im Bereich technischer Probleme. Neben der Überprüfung der Ladungssicherung gehört deshalb auch ein prüfender Blick auf die Bremsscheiben zum Standardprogramm der Polizeibeamten. „Wenn eine Bremsscheibe gebrochen ist, ist die Brems­wirkung gemindert. Außerdem läuft sie heiß und kann einen Brand verursachen“, erklärt Polizeioberkommissar Alexander Schott. Mit technischen Schwierig­keiten plagen sich, nicht ausschließlich, aber etwas häufiger Zugmaschinen aus Osteuropa. Fahrzeuge, die in Deutschland keinen Tüv mehr bekommen, werden häufig nach Polen weiterverkauft, wenn sie dort nicht mehr laufen dürfen, werden sie in andere Länder, wie Rumänien, weitergegeben. „Die anderen Umstände sind aber meist ausschlaggebender als die Herkunft“, bekräftigt Polizeikommissar Florian Muß. Ein Lastwagen, der häufig Mülldeponien anfährt, sei beispielsweise häufiger von beschädigten Reifen betroffen, unabhängig davon, aus welchem Land er stamme. Ein häufiges Problem für Berufskraftfahrer auf deutschen Autobahnen sei die Einhaltung der vorgeschriebenen Ruhezeiten. „Die Park- und Rastplätze sind überlastet“, bestätigt Polizeioberkommissarin Martina Rülke von der Göttinger Autobahnpolizei. Dies zeige sich auch bei der routinemäßigen Kontrolle der Fahrtenschreiber. Seit über zehn Jahren ist die digitale Variante für Neufahrzeuge Pflicht und auch viele ältere Fahrzeuge wurden damit nachgerüstet. Mit einer Chipkarte wird das Fahr­verhalten der vergangenen 28 Tage dokumentiert. Für einen Zeitraum, in dem ein Fahrer nicht am Steuer saß und beispielsweise Lager­tätigkeiten ausgeführt hat, müssen auch entsprechende Nachweise erbracht werden. Diese fehlen jedoch häufig, weshalb die Dokumentation lücken aufweist. Wenn die Chipkarten am Laptop ausge­lesen werden, zeigt das System bereits kleinste Fehler bei der Einhaltung der Ruhezeiten an, die technisch gesehen ein Bußgeld erforderlich machen. „Wenn in einem Monat zwei- oder dreimal die Pause ein paar Minuten zu spät begonnen wurde, bleibt es oft bei einer Ver­warnung“, erklären die Polizeibeamten. Die schwierige Parkplatzsituation mache es Fahrern manchmal nicht möglich, rechtzeitig anzuhalten. Bei schwereren Verstößen, oder wenn die kleinen Verzögerungen systematisch begangen werden, sehe die Situation jedoch anders aus. „Jede Überschreitung, auch wenn es nur wenige Minuten sind, wird mit mindestens 30 Euro bestraft. Das kann schnell teuer werden“, erklärt Schott. So kämen bei einer Kontrolle schnell Bußgelder im vierstelligen Bereich zusammen. Verhaltenes Lob hatte Matthias Rink, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter des Einsatz- und Streifendienstes Bundesautobahn Göttingen, für die relativ jungen Fernbus­unternehmen. Bei ihrem im Schnitt neueren Fuhrpark sind tech­nische Probleme vergleichsweise selten und wegen der geplanten Strecken­abschnitte und Fahrziele seien auch Überschreitungen der Lenk- und Ruhezeiten ungewöhnlich.

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