Ein Schiedsrichter setzt sich für mehr Akzeptanz im Fußball ein

Rote Karte für den Rassismus

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„Zeig dem Rassismus die Rote Karte!“: Mit diesem T-Shirt ist Dennis Eckhardt seit dieser Saison bei Fußballspielen im NFV-Kreis zu sehen, die er als Schiedsrichter begleitet.

Wiensen – Wenn der Schiedsrichter die rote Karte zückt und damit den Rassismus vom Spiel ausschließt, geht es nicht mehr nur um Fußball. Doch Dennis Eckhardt stellt sich der Herausforderung und steht für ein weltoffenes, tolerantes und vor allem friedliches Spiel ein.

Der 42-Jährige aus Wiensen ist seit 2002 als Schiedsrichter auf den Fußballplätzen des NFV-Kreises Northeim-Einbeck unterwegs und möchte während der Spiele, die er pfeift, keinen Raum für Rassismus und Diskriminierung lassen.

Sein erstes T-Shirt finanzierte er selbst: ein schlichtes, schwarzes Shirt mit Polo-Kragen und dem Schriftzug „Zeig dem Rassismus die Rote Karte!“ auf dem Rücken. Inzwischen besitzt er fünf dieser T-Shirts, die er vor und nach jedem seiner Spiele trägt, und für die er Unterstützung von verschiedenen Firmen der Region gefunden hat.

Bei den Spielen geht er zunächst seinen üblichen Aufgaben als Schiedsrichter nach. „Dann hole ich mir die beiden Mannschaftsführer und spreche das Thema kurz an“, erzählt er. Darüber hinaus gibt er Infobroschüren des Deutschen Fußballbunds heraus, die ihm über den NFV-Kreis zur Verfügung gestellt werden. Diese Broschüren beinhalten eine Übersicht von Symbolen und Zeichen, die auf Rechtsextremismus hinweisen können, sowie Tipps, wie damit umgegangen werden kann.

„Der Eindruck ist bis jetzt sehr positiv. Ich habe noch nicht erlebt, dass da jemand gegengesprochen hat“, berichtet Eckhardt von seinen bisherigen Erfahrungen auf den Fußballplätzen der Region. Extremer gehe es da schon mal in Bundesligastadien zu, sagt er, doch: „Im unteren Bereich kommt es auch ab und an vor, dass bestimmte Ausdrücke fallen.“ Die Reaktion, wenn er die Personen direkt anspreche, sei oft kleinlaut – oder aber aggressiv. Mit beidem könne er gut umgehen. „Da habe ich als Schiedsrichter meine Mittel“, würde er nicht davor scheuen, jemanden des Platzes zu verweisen – egal ob Spieler oder Zuschauer.

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