Polizeikontrollen in der dunklen Jahreszeit

Nadel im Heuhaufen

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Großaufgebot an Polizei am Ortseingang von Lichtenborn: Im Rahmen von flächendeckenden Kontrollen zur Bekämpfung von Wohnungseinbruchskriminalität werden Fahrzeugkontrollen durchgeführt.

Die Fallzahlen im Bereich des Wohnungseinbruchsdiebstahls sind sowohl auf Landesebene als auch im Bereich der Polizeidirektion Göttingen rückläufig.

Diese positive Tendenz macht deutlich, dass die präventiven und repressiven Anstrengungen der Polizei nach wie vor die erhofften Effekte erzielen. Ein wesentlicher Bestandteil der Maßnahmen sind großangelegte Kontrollen auf einschlägigen Verbindungsrouten im Bereich der Polizeidirektion. Denn immer öfter sind es professionell organisierte, reisende Tätergruppen, oft mit internationalem Bezug, die für die Einbrüche verantwortlich sind, erklärt die Polizeidirektion, weshalb am Dienstag, pünktlich zur dunklen Jahreszeit, eine Großkontrolle an sechs Kontrollstellen durchgeführt wurde. Eine davon befand sich in Lichtenborn, wo 22 Einsatzkräfte 128 Fahrzeuge und 186 Personen überprüft haben. „Das ist, wie eine Nadel im Heuhaufen zu finden“, erklärt Dirk Lange, Leiter der Verfügungseinheit der Polizeiinspektion Northeim, wenn es darum ginge, einen Einbrecher direkt nach der Tat zu erwischen. Allerdings könnten bei den Kontrollen Hintergründe, wie die Erkenntnisse über Fahrzeuge, Bandenstrukturen, Netzwerke, Verbindungsrouten und Täterverhalten, gewonnen werden.„Ein Einbruch ist für jeden Betroffenen ein schwerer Eingriff in das Privatleben“, erklärt Peter Schliep, Verkehrssachbearbeiter der Polizei, und verweist darauf, dass bei den Kontrollen am Dienstag zwar niemand direkt nach einer Tat dingfest gemacht wurde, aber zwei mit bereits einschlägigen Erkenntnissen im Bereich Einbruchdiebstahl festgestellt worden. Diese Daten werden jetzt analysiert und mit bereits bestehenden Datenbeständen beziehungsweise aktuellen Tatorten abgeglichen.Die Maßnahme wurde aber auch genutzt, um generell eine Verkehrskontrolle durchzuführen. Die am Einsatz beteiligten Polizisten haben die Verkehrsteilnehmer von der B241 Richtung Uslar über Goseplack herausgewinkt und dann überprüft. Bereitwillig zeigten die meisten Fahrer ihre Papiere, den Verbandskasten und das Warndreieck. Nach Aufforderung wurden auch Alkohol- und Drogenschnelltests durchgeführt. Am Ende der Aktion, die von 13 bis 18.30 Uhr dauerte, hatten zwei Kraftfahrer kleiner Lkw ihre Lenkzeit überschritten. Ihnen wurde die Weiterfahrt erst nach einer Ruhephase gestattet. Die Weiterfahrt wurde auch zwei Fahrzeugführern untersagt, die ihre Ladung mangelhaft gesichert hatten.Bei acht Autofahrern bestand der Verdacht des Drogenkonsums. Nach einem Drogentest durften aber alle ihre Fahrt fortsetzten. Insgesamt wurden unter anderem wegen Lenkzeitüberschreitungen, mangelhafter Ladungssicherung sowie Gurt- und Handyverstößen 18 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

In Göttingen, Hameln, Hildesheim und Nienburg erfolgten zeitgleich Kontrollen. Insgesamt waren mehr als 190 Einsatzkräfte beteiligt, 917 Fahrzeuge und 1.141 Personen wurden kontrolliert. In der Gesamtbilanz wurden 14 Personen mit einschlägigen Erkenntnissen festgestellt, 17 Ermittlungsverfahren eingeleitet sowie 123 Ordnungswidrigkeiten dokumentiert. In drei Fällen fehlte die erforderliche Fahrerlaubnis, sechs Personen waren unter Einfluss von Betäubungsmitteln unterwegs. Im Rahmen einer Personenüberprüfung vollstreckten die Einsatzkräfte einen Haftbefehl in einer Höhe von 3.696 Euro, andernfalls hätte die Person 42 Tage in Haft gemusst. (rgy)

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