Lesewettbewerb auf Platt / Sieger fahren zum Bezirksentscheid

"Schaulkindere leset platt"

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Haben eine gute Leistung erbracht: Alle Teilnehmer am Lesewettbewerb erhalten von Jury und Veranstaltern eine Trinkflasche und eine Urkunde als Belohnung.

Landkreis Northeim – Der Kreisentscheid des Plattdeutschlesewettbewerb fand vor zwei Jahren in der Northeimer Stadthalle statt. Die Wiederholung folgte am Mittwoch in einem rappelvollen Raum der Regenbogenschule Höckelheim.

„Ich bin total geflasht, wie viele heute hier sind“, freute sich Landrätin Astrid Klinkert-Kittel bei der Begrüßung der 18 Teilnehmer, die aus sechs Schulen des Landkreises angereist waren. Sie selbst sei in einer Zeit groß geworden, in der es nicht üblich war Platt zu sprechen. Für ihre Groß­eltern sei dies jedoch noch ganz normal gewesen. Sprechen könne sie es deshalb selbst nicht, aber verstanden habe sie damals schon das Meiste. Alle teilnehmenden Schüler hatten sich im direkten Vergleich mit ihren Mitschülern hervorgetan und waren gut auf die vor ihnen liegende Aufgabe vorbereitet. Sie lasen Texte von „Kartuffeln“ und „Steerndalers“, über „Max und Moritz“, die Geschichte von „Her von Ribbeck“ bis zum „Wedderbericht“. Zur Inspiration diente dabei die Homepage www.schoolmester.de auf der verschiedene plattdeutsche Texte für den Vorlesewettbewerb vorgeschlagen werden. „Die Platt-Paten vor Ort passen diese dann an den jeweiligen Dialekt an“, erklärte Annette Rummenhohl, Beraterin für die Region und ihre Sprachen Südniedersachsen, von der Niedersächsischen Landesschulbehörde. So werde sichergestellt, dass das jeweils regionale Platt vermittelt und erhalten wird. Gegen die Konkurrenz durchsetzen konnten sich in der Altersgruppe A, dritte Klasse, Justus Bierwirth mit „Her von Ribbeck“. In der Altersgruppe B, vierte Klassen, gewann Lilia Weyrauch mit „Max lehrt dat Reeken“, während in Altersgruppe C, Klassenstufe fünf und sechs, Benedikt Goltsche mit „Jümmer up dä Lütten“ gewann. Bei den Siebt- und Achtklässlern, Gruppe D, konnte sich Maxine Rey mit „Ein Peerd vorr Paul“ knapp gegen ihre Konkurrenten durchsetzen. „Hier war es besonders eng“, erklärte Andreas Kompart, Plattdeutschbeauftragter des Landkreises Göttingen, bei der Siegerehrung. Die Platzierungen lagen hier nur jeweils einen Bewertungspunkt auseinander. Dabei mussten die Schüler nicht nur zügig mit möglichst wenigen Lesefehlern vortragen, sondern dabei auch Betonung und die korrekte plattdeutsche Aussprache meistern. Ungeachtet der Platzierung erhielten alle Teilnehmer eine Urkunde und eine Trinkflasche als Belohnung von der KSN, die ihnen von Gernot Bollerhei, Leiter KSN-Marketing, überreicht wurden. Die ersten Drei jeder Altersstufe erhielten außerdem jeder einen Büchergutschein. Alle vier Erstplatzierten werden am 5. Juni beim Bezirksentscheid in Syke antreten und mit ein wenig Glück und Können schließlich am Landesentscheid am 26. Juni in Hannover teilnehmen.

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