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Ortstermin mit dem Landtagskandidaten

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Mitglieder des Vereins Motorradlärm Weserbergland e.V. und Anwohner der B241 und Dr. Kroll
Ortstermin an der B241 mit dem CDU- Landtagskandidaten Dr. Andreas Kroll (3.v.l.): Mitglieder des Vereins Motorradlärm Weserbergland e.V. und Anwohnende der B 241. © Verein Motorradlärm Weserbergland

Region - Motorradkrach zerstört die Lebensqualität und beeinträchtigt den nachhaltigen Tourismus im Weserbergland: Darin sind sich die Mitglieder des Vereins Motorradlärm Weserbergland e.V. und Anwohnende der B 241 einig. Jetzt luden sie den Landtagskandidaten Dr. Andreas Kroll zum Ortstermin.

So relativ ruhig wie im Moment an der B241, die nicht nur die Landkreises Northeim und Holzminden zwischen Uslar, Neuhaus, Amelith und Lauenförde verbindet, sondern auch weiter Richtung Beverungen im Kreis Höxter führt, müsste es immer sein, sind sich die Anwohnenden längs der Strecke einig: Derzeit ist noch ein Abschnitt der normalerweise stark durch Motorräder frequentierten Bundesstraße gesperrt, den lärmgeplagten Anwohnenden im Moment noch eine „Lärmpause“ vergönnt. In Kürze wird die Strecke wieder geöffnet, dann kehrt der Lärm zurück. Die kurvige Strecke, die mitten durch das Landschaftsschutzgebiet führt, sei von Motorradfahrenden in der Vergangenheit regelmäßig für regelrechte Rennfahrten missbraucht worden, hieß es beim Ortstermin. Nach der Sanierung sei ein weiterer Anstieg der bereits stark frequentierten Strecke zu befürchten. Die Frequenz der lauten Fahrzeuge von häufig mehreren Motorrädern pro Minute erzeuge oft einen „Dauerlärmteppich“ über die gesamten Wochenenden, die den Menschen eigentlich zur Erholung und Regeneration dienen sollten.
Daher trafen sich Mitglieder des Vereins gegen Motorradlärm Weserbergland e.V. und Betroffene aus den angrenzenden Landkreisen mit dem Landtagskandidaten der CDU im Landkreis Northeim, Dr. Andres Kroll, kurz hinter der Kreisgrenze bei Amelith, um über mögliche Maßnahmen gegen den immer stärker zunehmenden Motorradlärm in der Region zu sprechen. „Wir alle haben schon beobachtet, dass hier regelrechte Alleinrennen gefahren werden“, so Edith Götz vom Vorstand des Vereins. Und man filme sich dabei sogar gegenseitig vom Straßenrand aus. Dies sei zwar nicht erlaubt, allerdings zeige die Polizei nicht ausreichend Präsenz, „um dieses Treiben endlich zu unterbinden“.
Die Lärmbelastung sei inzwischen für die direkten Anliegenden der Bundesstraße unerträglich, eine Nutzung der Grundstücke oft kaum mehr möglich.
„Es kann nicht sein, dass wir Ortsansässigen durch den Lärm derartig eingeschränkt werden, während die Lärmverursacher sich vollkommen frei auf unsere Kosten entfalten können“, ärgert sich der Amelither Manfred Lumma, der sich schon mehrfach erfolglos beim Kreis über seine untragbare Wohn-Situation beschwert hatte. „Wir haben das Anrecht auf ein Minimum an Wohnruhe und den Schutz unserer Gesundheit durch die zuständigen Behörden.“
Wie groß die Lärmbelastung durch Motorräder tatsächlich ist, habe jüngst eine Langzeit-Studie an rund 100 stark frequentierten Strecken in Baden-Württemberg belegt: Ergebnis: Nur ein kleiner Teil (13 Prozent) der Motorräder komme mit unter 80 dB überhaupt in der Nähe „normaler“ Pkw. Ein hoher Prozentsatz müsse dagegen als „extrem laut“ bezeichnet werden. Dr. Kroll, als Facharzt und Notfall-Mediziner bestens mit den gesundheitlichen Folgen ständiger Lärmbelastung vertraut, zeigt Verständnis für die Lärmgeplagten: „Die Gesundheitsschädlichkeit von Lärm ist wissenschaftlich nachgewiesen“, betonte er. Zudem verursache Lärm hohe Kosten im Gesundheitswesen.
In Wohngebieten mit übermäßigem Lärm verlieren Liegenschaften an Wert, Mieteinnahmen bleiben tiefer als anderswo. Die Kosten des Lärms bezahlen allerdings nicht deren Verursachende, sondern die Betroffenen sowie die Allgemeinheit, so ein Vereinssprecher. Letztendlich leide auch Tourismus in der Region, die jüngst sogar zur „Qualitätswanderregion“ gekürt wurde und die schließlich mit Ruhe und Unberührtheit der Natur werbe: Ein wichtiges Kriterium für die Prädikatsvergabe sei allerdings „natürliche Ruhe“. „Davon kann hier keine Rede mehr sein!“ Das Problem sei nur durch kreisübergreifende Zusammenarbeit in den Griff zu bekommen.
Im Landkreis Holzminden hatte sich bereits eine Arbeitsgruppe aus Behörden, Polizei und Betroffenen gebildet. Die Teilnehmenden richteten daher die Bitte an den Kandidaten für das Landtagsmandat, sich um eine Vernetzung zwischen den Landkreisen zu bemühen, um kurzfristig konkrete Maßnahmen anzuschieben, die Verbesserungen herbeiführen können.

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