Hand in Hand in Hardegsen

Begegnung von alten und jungen Menschen in einem nachdenklichen Sketch dargestellt. Fotos: Hoppenheit

HARDEGSEN (rh) - Bürgermeister Michael Kaiser begrüßte am Sonntag zum Neujahrsempfang der Stadt Hardegsen etwa 200 Gäste im historischen Muthaussaal. Das Motto des Neujahrsempfangs lautete „Jung und Alt“.

In seinen Ausführungen ging Kaiser zunächst auf ein aktuelles Thema ein, den Orkan Friederike. Allein im Stadtwald liegt der Windwurf nach einer ersten Schätzung bei 4.000 Festmetern. In diesem Zusammenhang bat Kaiser die Bürger aufgrund der aktuell noch akuten Gefahrenlage in den Wäldern, diese bis auf weiteres zu meiden. Kaiser schlug dann einen Bogen vom Motto des letztjährigen Neujahrsempfanges, der Heimat und Heimatliebe, zum diesjährigen. Verbindendes Element seien die Menschen und dazu gehören eben alte und junge. Dabei ist der Erfahrungsaustausch zwischen den Generationen eine Bereicherung, die vielfältig zu fördern sei. Nach seiner Einführung ließ Kaiser in seinem Rückblick ein kurzweiliges, aber auch arbeitsreiches Jahr Revue passieren. 80 Gremiensitzungen waren für die Steuerung des Gemeinwesens erforderlich. Geprägt war das vergangene Jahr vor allem von zahlreichen Veranstaltungen, sei es von Vereinen, Organisationen, Einrichtungen der Kommune oder der Kirchen. Aber der demografische Wandel schreitet unaufhaltsam fort, 46 Geburten stehen 105 Todesfälle gegenüber. In seinem Ausblick für 2018 legte Kaiser besonders Augenmerk auf die zu erwartende rege Bautätigkeit, sowohl von privaten Investoren als auch von öffentlichen Trägern. Exemplarisch seien die Straßensanierung in Gladebeck, die Bebauung der Quartiere „Drei Kronen“ und der Bäckerei Busse sowie die Fertigstellung der Tagespflege der Diakoniestation in Lutterhausen genannt. Kaiser informierte kurz über die finanzielle Situation der Stadt. Anders als in den vergangenen Jahren ist eine moderate Neuverschuldung zu erwarten, über deren Kompensation im Rat nachgedacht wird.

Ehrungen

In einer bewegenden Lesung von Renate Holynski erfuhren die Gäste mehr über die Sichtweise der Dinge aus der Perspektive eines alten Menschen. Danach schlossen sich die Ehrungen verdienter Bürger an. Dietrich Schmidt hat sich jahrzehntelang für die Hardegser Münz- und Briefmarkenfreunde von 1976 engagiert. Darüber hinaus förderte Schmidt gezielt die Jugendarbeit und machte den Verein auch überregional bekannt. Er selbst verfasste mehrere Werke philatelistischer Fachliteratur. Schmidt wurde für sein philatelistisches und numismatisches Lebenswerk mit dem Hardegser Stadtwappen geehrt. Der zweite Geehrte, Thomas Ziaja, hat im Jahre 2008 den Europas Challenge ins Leben gerufen hat. Das ist ein Wettbewerb, bei dem mit Kraft und Geschick kleinere feuerwehrtechnische Aufgaben zu lösen sind. Ziaja sei damit ein mustergültiges Vorbild für ehrenamtliches Engagement, so Kaiser, und wurde dafür mit der Hardegsen-Medaille ausgezeichnet. Als Laudatorin berichtete Gudrun Düwel von ihren Erfahrungen als erste Feuerwehrfrau in Hardegsen. Anschließend berichtete das Team um Kerstin Lüpkes, Familien- und Generationenbeauftragte, von der Arbeit der Leitbildgruppe „Jung & Alt“. So wurde 2017 die Willkommensbox für Neugeborene entwickelt und seitdem an die jungen Eltern verteilt. Für 2018 ist die digitale Neuauflage der Broschüre „Aktiv in Hardegsen 50+“ geplant. Zur Auflockerung präsentierten dann Holle Nielebock, Kerstin Lüpkes, Madleene Knoke und Hagen Bittermann einen Sketch, der die Begegnung der Generationen thematisierte. Fazit vom Hauptverwaltungsbeamten: Immer ein passendes Angebot für Jung und Alt. Anschließend erläuterte Pastor Bernd Ranke in seinem Grußwort, dass die generationenverbindende Arbeit keine neue Erfindung sei. Mit Bibelzitaten belegte er, dass die Verbindung von Alt und Jung bereits die Vorväter beschäftigt hat. Anschließend wünschte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel den Anwesenden ein glückliches neues Jahr, vor allem aber Gesundheit als das Wichtigste im Leben. Zum Ende des offiziellen Teils der Veranstaltung an zeigten Jung und Alt, wie man miteinander und voneinander lernen kann, und zwar beim Einüben eines einfachen Tanzschrittes. Abschließend war dann Zeit zum Austausch der Gäste mit den Vertretern des öffentlichen Lebens oder untereinander.

Neujahrsempfang Hardegsen

Neujahrsempfang Hardegsen

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