Neues Schmuckstück im Dorf / Platz für Historisches

Hirtenhaus gerettet

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Strahlende Gesichter am sanierten Hirtenhaus in Eboldshausen: Gemeinde- und Ortsbürgermeister, Fördervereins- und Ratsmitglieder sowie am Bau Beteiligte freuen sich über den Abschluss der Außenarbeiten.

Eboldshausen – Mehr als zweieinhalb Jahre Planung und Bauzeit stecken hinter dem nun im neuen Glanz erstrahlenden Hirtenhaus in Eboldshausen, das in den vergangenen Monaten aufwändig saniert wurde. Neue Ziegeln, neue Gefache und Farbe machen das denkmalgeschützte Gebäude zu einem Kleinod im Ort.

Im Inneren stehen noch weitere Arbeiten an. So soll unter anderem noch ein Holzfußboden verlegt werden, berichtet Matthias Winkler, Vorsitzender des Fördervereins, dem zurzeit fünf Mitgliedsfamilien angehören. Das kleine Fachwerkgebäude hat eine sehr wechselhafte Geschichte hinter sich. Dank der ehemaligen Ortsheimatpflegerin Ingrid Kornehl ist bekannt, dass es 1701 als Hirtenhaus errichtet wurde. Später wurde es als Armenwohnung, von der Forstgenossenschaft und ab den 1950er Jahren von der Freiwilligen Feuerwehr genutzt. Im Dorf wurde es in den vergangenen Jahren als „Altes Spritzenhaus“ bezeichnet. Seit Anfang der 1980er Jahre stand das Gebäude leer wurde noch bis Ende der 1990er Jahre als Lager genutzt und oblag nun der Verantwortung des Ortsrates. Doch aufgrund fehlender finanzieller Mittel verfiel das Haus immer mehr. Aber als sich herausstellte, dass das Gebäude dem Denkmalschutz unterliegt, kam Bewegung in die Sanierungsplanung, neue Fördertöpfe konnten somit erschlossen werden. Der Förderverein gründete sich 2016 und Planungen zur Restaurierung wurden in Angriff genommen. 54.000 Euro sind in die Maßnahme geflossen, teilt Gemeindebürgermeister Jens Meyer mit und freut sich, über das neue architektonische Schmuckstück im Ort. „Das Hirtenhaus drohte im Dornröschenschlaf zu ver­fallen, doch die Bürger waren hartnäckig und das Ergebnis kann sich sehen lassen“, erklärt Meyer und dankt allen, die sich für das Hirtenhaus stark gemacht haben. Dem Dank schließt sich auch Ortsbürgermeister Richard Lemke an: „Es war ein langer Weg, auch im Rat.“ Er betont, dass es wichtig sei, auch Dinge in den Dörfern zu erhalten und nicht nur in den Städten. Er hofft, dass sich nun noch mehr Menschen dem Förderverein anschließen und der Platz mit Leben gefüllt werde. Zunächst müsse im Inneren noch einiges saniert werden, das würde der Förderverein aber in Eigenleistung übernehmen, berichtet Winkler. Angedacht sei, das Haus zunächst zu einem Lagerplatz für Museumsstücke zu machen. Es hätte früher so viel Handwerk im Ort gegeben, da lagerten noch einige historische Geräte in den Scheunen und Dachböden. Auch im Hirtenhaus hat man alte dekorative schmiedeeiserne Ofenbleche gefunden. Als Fernziel sei eine kleine heimatkundliche Ausstellung geplant, führt Winkler aus. (rgy)

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