Die „Medlz“ gastieren mit neuem Programm in Northeim

„So facettenreich“

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Vier Frauen geben ein „Heimspiel“ als die „Medlz“ (von links): Sabine Kaufmann, Joyce-Lynn Lella, Silvana Mehnert, Nelly Palmowske.

Northeim – „Heimspiel“ heißt das neue Programm der A-cappella-Formation „Medlz“, die anlässlich des Weltfrauentags, am 8. März, ein Konzert in der Northeimer Stadthalle gibt.

Um 19.30 Uhr beginnt die Veranstaltung. Marlene Heyser, Organisatorin und Mitglied des Fördervereins Stadthalle, betont, dass der Abend auch für Männer geeignet sei.

Die „Medlz“ ist eine sehr gefragte Band, ihre Konzerte sind nicht nur in ihrer Heimatstadt Dresden immer schnell ausverkauft. HALLO hat die vier Frauen nach zu ihrer Musik und ihrer Lebenseinstellung befragt. 

Sie haben sich im Philharmonischen Kinderchor Dresden kennengelernt, in dem sie zehn Jahre zusammen gesungen haben. Was nimmt man von einem Kinderchor als erwachsene Frauen mit? 

Wir haben dort unheimlich viel gelernt, was für unseren Beruf wichtig ist. Von der Notenlehre über Disziplin, das Eingliedern der eigenen Stimme in das große Ganze bis hin zum Teamgeist und das gegenseitige Aufeinanderaufpassen war alles dabei.

Sie haben sich den A-cappella-Gesang zu eigen gemacht. Was begeistert Sie daran? Welche Vorteile hat er gegenüber dem klassischen Chorgesang? 

Der klassische Chorgesang hat uns auch Spaß gemacht. Aber es hat uns einfach nicht gereicht. Wir können nun als A-cappella-Band (auch mit der genutzten Mikrofonierung) herrlich experimentieren und uns immer wieder neu erfinden. Und ja – wir singen einfach zu gern Pop, der gern mal ordentlich knallen darf. Das geht beim Chorgesang nicht ganz so gut. *lach* 

Was ist ihr größter musikalischer Erfolg? 

Der größte musikalische Erfolg, den man als Sänger oder Band haben kann, ist, von der Musik und dem Job leben zu können. In den heutigen Zeiten ist das keine Selbstverständlichkeit. Wir wissen diesen Luxus sehr zu schätzen und sind dankbar, dass es seit einigen Jahren so gut für uns läuft.

Ihr Repertoire reicht von Mozart bis Mercury. Welche musikalischen Vorbilder haben Sie geprägt?

Tatsächlich schaut beziehungsweise hört man sich bei vielen verschiedenen Künstlern etwas ab. Besser gesagt, man lässt sich inspirieren. Das reicht von Beethoven über Sting bis hin zu Peter Fox.

Wieso haben Sie sich in Ihrem neuen Programm „Heimspiel“ auf deutsche Lieder konzentriert? 

Wir mögen unsere Sprache einfach und sind der Meinung, dass man mit ihr so Vieles wunderbar und vor allem facettenreich sagen kann. Es hat jedenfalls nichts damit zu tun, dass wir aus Dresden kommen. *lach* Außerdem sind wir der Meinung, dass jede Sprache ein Stück Kulturgut ist. Und Kultur darf man gern weitergeben.

Wenn man als „Medlz“-Gruppe auf Tour ist, herrscht da immer Harmonie oder manchmal auch Stutenbissigkeit?

Wie oft haben wir diese Frage schon gehört?! *lach* Natürlich herrscht nicht immer eitler Sonnenschein! Aber das hat nichts damit zu tun, dass wir Frauen sind. Sobald Menschen oft und für eine längere Zeit zusammen sind, kommt es hier und da mal zu Meinungsverschiedenheiten. Und natürlich hat auch jeder Mal einen schlechten Tag. Man kann sich das Ganze vielleicht am besten wie in einer Familie vorstellen. Man liebt sich, man hat Spaß miteinander und manchmal gerät man eben aneinander. Wir haben aber in 20 Jahren viel überein­ander gelernt und wissen, wann man besser die Samthandschuhe anzieht oder jemanden mal in Ruhe lässt.

In Northeim treten Sie anlässlich des Weltfrauentags auf. Welche Relevanz hat dieser Tag für Sie?

Um ehrlich zu sein, ist es für uns ein Tag wie jeder andere. Auch wenn es natürlich passend ist, dass eine Frauenband am Frauentag ein Konzert gibt. Aber wir können alle mit dem Thema nicht wirklich etwas anfangen. Wir feiern lieber unsere Mütter am Muttertag.

Karten für das Konzert am 8. März in der Stadthalle gibt es ab 19,70 Euro im Vor­verkauf unter anderem in der HALLO-Geschäftsstelle und unter www.reservix.de. (rgy)

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